Zehn Euro pro Tag und Kind

Meinhard will Extrageld von Kita-Eltern für Betreuung in Notgruppen

+
Brauchen Betreuung: Kinder, deren Eltern es beruflich nicht einrichten können, während der dreiwöchigen Schließung der Kita freizunehmen, sind auf Notgruppen angewiesen. Dafür will die Gemeinde jetzt Extrageld.

Für die Betreuung ihrer Kinder in sogenannten Notgruppen, die die Gemeinde Meinhard berufstätigen Eltern für deren Kinder während der jeweils dreiwöchigen Schließzeit der Kindertagesstätten im Sommer anbietet, sollen Eltern künftig extra zur Kasse gebeten werden.

Neben den regulären Kitagebühren, die monatlich zu entrichten sind, soll die Notbetreuung mit zehn Euro pro Tag und Kind zu Buche schlagen.

Eine entsprechende Änderung der Meinharder Kindergartensatzung legte Bürgermeister Gerhold Brill jetzt dem Gemeindeparlament zur Abstimmung vor.

Bisher hat die Gemeinde in den Sommerferien, beziehungsweise an einigen Brückentagen im Grebendorfer Kindergarten „Villa Kunterbunt“ eine dreiwöchige Notgruppe für Kinder ab drei Jahren angeboten, deren Eltern aus beruflichen Gründen nachweislich nicht in der Lage waren, die Betreuung auf andere Weise sicherzustellen. Das Angebot war kostenlos.

Komplettschließung trägt zur Personalentlastung bei

„Letztendlich ergibt sich dadurch durchaus auch eine Ungleichbehandlung derjenigen, die die Betreuung in der dreiwöchigen Schließzeit privat organisieren“, argumentiert Bürgermeister Brill. Außerdem trage die dreiwöchige Komplettschließung auch zur Personalentlastung bei.

Von den drei gemeindeeigenen Meinharder Kitas schließen im Sommer die Einrichtungen in Frieda und in Schwebda. Der Grebendorfer Kindergarten stellt den Betrieb der Krippengruppe und der zwei Regelgruppen ein, die Notgruppe bleibt geöffnet.

Das Meinharder Parlament hat die Entscheidung zunächst vertagt und zur weiteren Beratung in den zuständigen Ausschuss verwiesen.

Krippenplätze knapp

Neben einer Lösung für die Schließzeiten der Kita muss Meinhard auch seine Kitabedarfsplanung überarbeiten – vor allem in Bezug auf Krippenplätze, wo die Gemeinde jetzt einen Fehlbedarf von 15 Plätzen ermittelt hat. Einer ganzen Reihe von Eltern konnte die Gemeinde zum nächsten beginnenden Kindergartenjahr im August 2020 keinen Krippenplatz anbieten.

Bisher war die Gemeinde davon ausgegangen, dass nur 45 Prozent der Kinder bereits ab einem Jahr in einer Einrichtung betreut werden sollen – das entspricht einer bundesweit gültigen Kalkulationsgrundlage. Bei einer mittleren jährlichen Geburtenrate von 31 Kindern in Meinhard wären das 16 Krippenplätze für Ein- bis Zweijährige.

Bei Kindern zwischen zwei und drei Jahren ging die Kommune von einem 75-prozentigen Betreuungsbedarf aus, was 23 weitere Plätze sind. Macht zusammen 39 Krippenplätze, vorhanden sind aber nur 24.

Drei mögliche Lösungen 

Die Kindergartenkommission der Gemeinde hat jetzt drei mögliche Lösungen diskutiert:

. Schaffung einer Übergangskrippengruppe im DGH Hitzelrode

. Schaffung einer neuen Krippengruppe in Grebendorf, Schwebda oder Frieda

. Schaffung von drei neuen Krippengruppen auf der grünen Wiese in Modulbauweise mit der Option der Erweiterung um drei alterübergreifende Gruppen. Dabei würde es darum gehen, mittelfristig die „Villa Kunterbunt“ in Grebendorf außer Betrieb zu nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare