Meinhard will Partnerschaft mit Gemeinde aus Argentinien aufnehmen

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Lohnendes Ausflugsziel für die Besucher aus Meinhard: die Kirche von Valle Maria.

Meinhard- Die Gemeinde Meinhard strebt eine freundschaftliche Verbindung mit der Gemeinde Valle Maria in Argentinien an. Die Gemeindevertretung hat für die Ausarbeitung der Partnerschaft jetzt grünes Licht gegeben.

Der langen Tradition der Partnerschaften im Werra-Meißner-Kreis will die Gemeinde Meinhard das i-Tüpfelchen aufsetzen.

„Klar, Argentinien liegt nicht unbedingt um die Ecke“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill. Aber nach Gesprächen mit dem Konsulat in Frankfurt sei man schon weit vorangekommen. Die Vertragsunterzeichnung ist noch nicht genau terminiert, aber spätestens Ende April/Anfang Mai wird eine Delegation um Bürgermeister Arsenio Santiago Ortmann (Muppro), der Vater von vier Kindern ist und mehr einen deutschen als einen argentinischen Einschlag hat, in Meinhard zu Gast sein. Brill hatte den Ort in der jüngsten Meinharder Gemeindevertretersitzung mit einem Video vorgestellt und damit Lust auf mehr gemacht.

Die Gegend habe nichts mit tiefster Provinz, armen Menschen oder kärglicher Landschaft zu tun, erklärte Brill. Valle Maria zählt 4000 Einwohner mit Tendenz nach oben, befindet sich aktuell in einer Wachstumsphase und liegt malerisch zwischen Anhöhen und kleinen Bächen. Die Gründung datiert auf das Jahr 1878 hin, damals waren es Wolgadeutsche, die dem Dorf eine Zukunft ermöglichten. Seit 1987 ist Valle Maria eine eingetragene Gemeinde im Stadtgebiet von Palmar und gehört zum Bezirk Diamante in der Provinz Entre Rios der Republik Argentinien. Die Hauptstadt Buenos Aires liegt rund 350 Kilometer entfernt. Den bekanntesten Fluss Paraná, in der Größenordnung mit dem Rhein zu vergleichen, erreicht man nach sieben Kilometern. 

Hier liegt Valle Maria

Die wichtigsten Geschäftstätigkeiten sind die Landwirtschaft, die Geflügel- und Viehzucht und auch kleine Industriebetriebe in den Bereichen Strickerei und Schuhherstellung. Valle Maria kann eine Vielzahl von Einrichtungen vorweisen. Rund um das Zentrum zu finden sind eine Bank, das Standesamt, der Friedhof, die Polizeidienststelle, Rentner- und Sportvereine, mehrere Supermärkte, ein Gesundheitszentrum und auch über ein Schwimmbad verfügt der Ort. Bekannt ist er in Argentinien für einen großen Campingplatz.

„Verbunden mit der Vertragsunterzeichnung ist natürlich der Gegenbesuch in Argentinien“, erklärt Brill. Einem Besuch im 12 000 Kilometer entfernten Südamerika steht er positiv gegenüber. Nach ersten Erkundigungen wird die Flugzeit von Frankfurt aus nach Buenos Aires wegen eines dreistündigen Zwischenstopps in Madrid fast 18 Stunden dauern. Eine Flugstunde entfernt liegt dann Palmar. Die Zeitverschiebung beträgt vier Stunden zurück.

Mit Spannung wartet die Gemeinde nun auf die Ankunft der argentinischen Delegation und muss bis dahin viele Vorbereitungen treffen. Übrigens: Meinhard ist schon die dritte Gemeinde, die Interesse an einer Partnerschaft mit einem Ort in Argentinien hat – darunter Hosenfeld im osthessischen Landkreis Fulda.

Heinrich Hogelucht, Beigeordneter der Gemeinde Meinhard und Hobbyhistoriker, weiß von Verbindungen, die sein Heimatdorf bereits 1902 nach Argentinien hatte. Er besitzt eine Postkarte, die von der deutschen Schule in Barracas al Norte vor 116 Jahren an den Jestädter Lehrer Christian Schröder geschrieben wurde.

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