Meinhard: Keine Einigung um  Austritt aus Abfallzweckverband

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So sieht sie aus: Nur große Äste eigenen sich später als holzige Biomasse zur Weiterverwertung.  

In Meinhard herrschen nach wie vor gegensätzliche Positionen, ob die Kommune aus dem Abfallzweckverband austreten soll. Hintergrund ist das Modellvorhaben Holzige Biomasse des Kreises

Schwebda – Die Wogen um grünen Abfall in Meinhard schlagen immer höher. Der Konflikt um das Modellvorhaben „Holzige Biomasse“ des Werra-Meißner-Kreises (WR berichtete) wirft tiefe Gräben auf. Im Auftrag des Parlaments soll die Gemeinde jetzt von der Stadt Eschwege konkrete Angebote für die gesamte Abfallentsorgung für Meinhard einholen – in einer Variante inklusive der sogenannten holzigen Biomasse, in einer weiteren ohne. Darüber hinaus sollen die genauen Kosten für die Errichtung und den Betrieb des Holz-Sammelplatzes für die Gemeinde ermittelt werden.

Der Haupt- und Finanzausschuss hatte sich in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, dass der Gemeindevorstand klären soll, was für Kosten auf Meinhard zukommen, wenn die Gemeinde aus dem Abfallzweckverband (AZV) austritt, so dessen Vorsitzender Bernhard Mensing. Im AZV sind im Kreis alle Kommunen außer der Städte Eschwege, Sontra und Witzenhausen organisiert.

In den Gemeinden sollen im Zuge des Modellvorhabens „Holzige Biomasse“ zentrale Sammelplätze für Holzschnitt angelegt und betrieben, das Material zentral später einer Verwertung zugeführt werden. Das könnte auch zu einer Erhöhung der jährlichen Müllgebühren von circa acht Euro führen. Normale Gartenabfälle und feiner Strauchschnitt sollen weiterhin über die grüne Tonne entsorgt werden, da sie sich für holzige Biomasse nicht eignen.

SPD-Fraktionschef Matthias Mengel appellierte hingegen, nicht aus dem Verband auszutreten Eine zukunftsorientierte ökologische Politik sein wichtig. „Wer das leugnet, versündigt sich an unseren Kindern“, sagte er. „Wir sollten unseren Bürgern diese Möglichkeit der Entsorgung bieten.“ Karsten Degenhardt von der CDU forderte mehr Fakten und überprüfbare Alternativen. „Wir sollten keinen Weg ausschließen.“ Helmut Wagner (FDP) warnte davor, „grünen Philosophien“ nachzulaufen.

Aufstellungsbeschlüsse für Grundstücke in Grebendorf 

Darüber hinaus verabschiedete das Gemeindeparlament am Donnerstag zwei Aufstellungsbeschlüsse. Zum einen für einen potenziellen Käufer von fünf Grundstücken im Inneren des Europarings in Grebendorf, wo eine gewidmete Straße, die der künftige Eigentümer nicht braucht, zu Bauland werden soll. Ein weiterer Beschluss wurde für die Flur 8 oberhalb der Bergstraße gefasst, wo ein Parkplatz entstehen soll.

Übersicht über aktuellen Haushaltsstand 

Die Gemeinde hat bis zum 31. Mai dieses Jahres 3,6 Millionen Euro Einnahmen verbucht (geplant bis Jahresende 9,7 Mio.) und drei Millionen Euro ausgegeben (geplant 9,3 Mio.) Das berichtete Bürgermeister Gerhold Brill. Mit dem jetzigen Beschluss des Jahresabschlusses für 2017 dürfte jetzt auch der Haushalt für 2019 genehmigt werden.  

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