Mit 115 Sachen durch Frieda: Ortsvorsteher fordert Verkehrsberuhigung

Ortsvorsteher Christian Genau freut sich über die neuen Schilder: Nun werden Verkehrsteilnehmer, die aus Geismar kommend in Richtung Eschwege oder Wanfried fahren, an der Kreuzung in Frieda zur Umgehungsstraße geleitet. Foto: dir

Frieda. „Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt muss beruhigt werden“, sagt Friedas Ortsvorsteher Christian Genau mit Nachdruck. Lediglich das Wie ist noch nicht ganz klar.

Wünschen würde sich der Ortsvorsteher, dass Parkflächen eingezeichnet und Blumenkübel aufgestellt werden sowie dass in der Nähe der beiden Ortsausgänge in Richtung Schwebda und in Richtung Wanfried regelmäßig geblitzt wird.

„Am besten wären feste Blitzer“, sagt Genau, der selbst an der Leipziger Straße wohnt und mitbekommt, wie so mancher Verkehrsteilnehmer auf der breiten und gut ausgebauten Ortsdurchfahrt auf die Tube drückt. Wie sehr, das zeigt ein Verkehrsüberwachungsgutachten aus dem September: Eine Woche lang – vom 6. bis zum 13. September – wurde der Verkehr durch Frieda gezählt und die Geschwindigkeiten gemessen: Trauriger Spitzenreiter in der Messung war ein Fahrer, der mit seinem Transporter mit 115 Stundenkilometern auf der Leipziger Straße unterwegs war. „Und das an einem Montagvormittag gegen 11 Uhr, da hätten auch Kinder auf der Straße unterwegs sein können“, sagt Genau.

Insgesamt seien in der Woche 8845 Fahrzeuge vom Kraftrad bis zum Lastwagen auf der Ortsdurchfahrt gezählt worden – etwa 85 Prozent davon hätten sich an die Begrenzung von 50 Stundenkilometern gehalten. „Damit bleiben aber immer noch 2160 Fahrer, die teils erheblich schneller im Ort unterwegs waren“, führt Genau als Argument für die dringend gewünschte Verkehrsberuhigung an. Besonders schlimm sei es in den Stoßzeiten, morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie am späten Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr, schildert Genau. Die Straße zu einer Anliegerstraße zu wandeln habe nie zur Debatte gestanden, die Reduzierung auf 30 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit hingegen schon. Allerdings wurde dies seitens der Unteren Verkehrsbehörde mit der Begründung, dass die Straße dafür zu gut ausgebaut sei, abgelehnt. „Wir lassen jetzt allerdings von der Verkehrsbehörde prüfen, ob das Aufstellen von Kübeln oder das Anzeichnen von Parkflächen – wie es in Abterode gemacht wurde – möglich ist, um so den Verkehr zu bremsen“, sagt Genau.

Doch auch ein positives Ergebnis hat die Verkehrszählung gebracht: Der Schwerlastverkehr durch den Ort ist wesentlich weniger geworden. Von den gezählten Fahrzeugen waren in der Woche nur elf Fahrzeuge der Klasse 4 – zu denen neben Lastwagen auch Linienbusse gehören – im Ort unterwegs.

Ebenfalls einiges getan habe sich laut Genau bei der viel kritisierten Beschilderung der Ortsdurchfahrt: „Ich habe im August mit Landrat Stefan Reuß intensiv über die Problematik der Beschilderung gesprochen.“ Und das hatte Erfolg: Mittlerweile wurde vor der Ortseinfahrt von Geismar kommend ein sogenannter Vorwegweiser aufgestellt, der die Verkehrsteilnehmer in Richtung Eschwege und Wanfried zur Umgehung verweist. Ebenfalls wurde der Richtungsweiser an der Kreuzung – auf dem bislang nur „Alle Richtungen“ stand – ausgetauscht; jetzt verweist auch dieser Fahrer in Richtung Eschwege und Wanfried zur Umgehung. Besonders gefällt Genau, dass dort auch extra ein Lastwagensymbol angebracht wurde.

Einen Vorwegweiser auf der Bundesstraße 249 aus Richtung Schwebda kommend, der die Fahrer, die in Richtung Heiligenstadt und Geismar unterwegs sind, über die Umgehung schicken soll, habe er versprochen bekommen. „Ich bin dem Landrat für die Umsetzung sehr dankbar“, sagt Genau.

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