Bürgermeisterwahl Gemeinde Meinhard

Mit Kartoffeln und Sonnenblumen: Gerhold Brill in zweite Amtszeit eingeführt

Mit der ÜWG nur raus aus den Kartoffeln: ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich (links) überreicht Gerhold Brill nicht nur einen Strauß Sonnenblumen zur Amtseinführung, sondern symbolisch auch einen Sack Kartoffeln.
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Mit der ÜWG nur raus aus den Kartoffeln: ÜWG-Fraktionschef Rolf Eyrich (links) überreicht Gerhold Brill nicht nur einen Strauß Sonnenblumen zur Amtseinführung, sondern symbolisch auch einen Sack Kartoffeln.

Der logistische Aufwand war enorm, aber es ist vollbracht. Am Donnerstag wurde Gerhold Brill offiziell in seine zweite Amtszeit, die am 1. Juni beginnt, eingeführt.

So außergewöhnlich die Zeiten, so außergewöhnlich auch die Lokalität des Aktes: Für die Zusammenkunft war das mehr als 9000 Quadratmeter große Festgelände am Grebendorfer Ziegelweg präpariert worden. 

Nicht nur der Rasen war frisch gemäht, einzeln Bereiche waren mit Flatterband markiert, sodass jede Fraktion in ihrem eigenen Gehege Position einnehmen konnte. Auf dem Rasen waren rote Quadrate aufgesprüht als Stellplätze für die Abgeordneten. 

Am ebenfalls markierten Eingang patrouillierten Polizei, Ordnungsamt und zwei Mitarbeiterinnen der Verwaltung, die die Einhaltung der Mindestabstände überwachten, was lediglich zwischen den Lücken der am Straßenrand geparkten Autos misslang.

Glückwünsche mit Gummihandschuhen

Guido Hasecke, Vorsitzender der Gemeindevertretung, begrüßte die 17 anwesenden Parlamentarier, die seiner Ausladung (wir berichteten) dennoch gefolgt waren, ebenso die über 30 Zuschauer, die hinter der Parlamentsformation Aufstellung bezogen hatte. 

Nachdem sowohl Brill als auch Hasecke etwas umständlich unterschiedlich farbige Gummihandschuhe übergestreift hatten, gab´s neben der Urkunde zur Ernennung auch einen Händeruck, den Hasecke eher im Sprung absolvierte. Der Gemeindevorstand gratulierte Brill in einer äußerst knappen Rede und wünschte weiter „konstruktive Zusammenarbeit“.

In seiner Antrittsrede dankte Brill zunächst den Bürgern, die ihn trotz anderslautender Voraussagen am 9. Februar dieses Jahres mit knapp 57 Prozent wiedergewählt hatten. Seinen Dank richtete er auch an die Fraktionen des Parlamentes, reichte vor allem der SPD als langjähriges Mitglied die Hand und dankte der ÜWG für ihre Unterstützung.

Gerhold Brill: "Es wird auch eine Zeit nach Corona geben"

Im Angesicht der Corona-Pandemie sagte Brill, dass deren Folgen auch die Gemeinde Meinhard in den kommenden Jahren spüren wird. „Wir werden voraussichtlich 40 bis 50 Prozent weniger Gewerbesteuern einnehmen“, sagt er. 

Deshalb werde auch der Haushalt für das aktuelle Jahr erst im Lauf des Sommers aufgestellt und die Kommune so lange unter vorläufiger Haushaltsführung gestellt. An alle richtete er: „Aber es wird auch eine Zeit nach Corona geben, auf ein Neues.“ Dann schloss Hasecke nach 30 Minuten die Versammlung.

Unstimmigkeiten hatte es im Vorfeld der Zusammenkunft gegeben, nachdem Hasecke zwar das Parlament zur Amtseinführung eingeladen hatte, gleichzeitig aber wegen Corona darum gebeten hatte, dem Akt fernzubleiben, und alle entschuldigte. 

"Mit uns geht's nur raus aus den Kartoffeln"

Die Gemeindevertreter wollten aber nicht ausgeladen werden, zumal die Frage strittig war, ob die Amtseinführung ohne beschlussfähige Gemeindevertretung überhaupt rechtskräftig ist. Zur Sicherheit lud Gerhold Brill am Mittwoch deshalb alle Abgeordneten wieder ausdrücklich ein. 

Da Brills Amtszeit am 1. Juni beginnt, musste die Einführung bis spätestens 31. Mai vollzogen sein.

Bezug nehmend auf eine Kolumne in unserer Zeitung zu dem Einladungs-Hin-und-Her überreichte Rolf Eyrich von der ÜWG einen Sack Kartoffeln an Brill mit den Worten: „Mit uns geht´s nur raus aus den Kartoffeln.“

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