30 Ballen für Leo und Co.

Nach Brand: Hitzelröder Galloway-Züchterin erlebt Welle der Hilfsbereitschaft

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Wissen von dem ganzen Ärger nichts: Zuchtbulle Leo vom Burgwald (mit Nasenring) lässt sich von Moinika Mock (vorn) füttern. Gisela Gottschling aus Marzhausen will spenden, damit das durch Brandstiftung vernichtete Futter ersetzt werden kann.

Hitzelrode. Eine große Welle der Hilfsbereitschaft durfte Rinderzüchterin Monika Mock aus Hitzelrode in den vergangenen Wochen erfahren. Dank Spenden wird sie ihre 14 Galloway-Rinder über den Winter bringen können, ohne sie verkaufen oder schlachten zu müssen.

Anfang November hatten bisher Unbekannte den gesamten Futtervorrat für ihre Tiere angezündet. Von den 85 Ballen Heu war nur noch ein schwarzer Haufen Asche übrig geblieben. „Egal, wer das Feuer gelegt hat, er hat sein Ziel nicht erreicht“, sagt Monika Mock heute sichtlich erleichtert. Ihre jetzt auf drei Weiden verteilten Tiere erfreuen sich bester Gesundheit und wissen von den Sorgen ihrer Halterin wenig.

An dem Schicksal der Familie Mock und ihrer Tiere haben viele Menschen Anteil genommen und sich spontan bereit erklärt zu helfen. Belief sich der Schaden nach dem Feuer doch auf zirka 10 000 Euro. Hinzu kommt, dass es wegen der Dürre im vergangenen Sommer kaum Futter gibt und wenn, nur zu horrenden Preisen.

So spendete beispielsweise eine Pferdehalterin aus Velmeden, die in diesem Jahr weniger Pensionspferde hat, Heu. „Mal kam der, mal jener, und jeder brachte ein paar Ballen“, erzählt Monika Mock. Inzwischen habe sie auf diese Weise wieder 30 Ballen Heu für die Tiere. „Das reicht bei guter Witterung bis zum Februar.“

Aber auch Nichtlandwirte helfen – wie Gisela Gottschling und ihr Lebensgefährte Günther Burdack, die einfach Geld spenden wollen. „Als ich davon gelesen habe, hat mich das sehr berührt, vor allem weil ich Galloways gerne mag“, sagt Gisela Gottschling aus Marzhausen.

Was sich etwas komplizierter gestaltet, ist die Anlage eines Spendenkontos. Für den hessischen Galloway-Verband, dem Monika Mock auch angehört, ist der bürokratische Aufwand zu hoch. Allerdings hat der Verband erfolgreich einen Hilfeaufruf auf seiner Website installiert. Parallel will sich Monika Mock noch mal an die Gemeinde wenden und über die versuchen, ein temporäres Spendenkonto einzurichten.

Weil das Futter für die Tiere trotz aller Unterstützung knapp ist, hat Monika Mock die Herde jetzt erst mal geteilt. „Dann fressen sie weniger“, sagt sie. Das freut allerdings vor allem Zuchtbullen Leo vom Burgwald wenig. Denn statt mit attraktiven Färsen muss er seine Zeit nun mit frechen Jungbullen verbringen, die maximal auf Leitkuh Agreta vom Stausee hören.

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