Hinterm Horizont geht’s weiter

Nachruf: WR-Redakteur Dieter "Ditschi" Möller mit 71 Jahren gestorben

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Wie man ihn kennt: Zeit seines Lebens gehörte Ditschi Möllers Liebe dem Sport - viele Jahre als aktiver Fuß-, Hand- und Basketballer, später als Berichterstatter für die Werra-Rundschau.

Jestädt – Sein Herz war groß und hatte Platz, viele Menschen darin aufzunehmen. Am Ende war es aber zu schwach, um ihn selbst am Leben zu halten. Am 13. Juni ist Dieter „Ditschi“ Möller nach langem Kampf um sein Leben gestorben.

Er hinterlässt seine Ehefrau Brigitte, die Söhne Dennis und Patrick und die Enkeltochter Leni.

Ditschi Möller war kein Mann auf den ersten Blick. Seine gerne aufgesetzte grimmige Miene schreckte erst ab. Doch nach kurzer Zeit sah man sich einem intelligenten und lebenserfahrenen Mann gegenüber, der gerne lachte und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte.

Dieter Möller wuchs in Oberrieden auf. Als seine Eltern nach Baunatal zogen, blieb er bei der Oma in Bad Sooden-Allendorf. Hier erlangte er die Hochschulreife und und entdeckte seine bis zuletzt innige Liebe zum Sport. Bei der TSG spielte er Fußball, beim Schulsportclub (SSC) BSA gleichzeitig Basketball und war dort – nicht zuletzt wegen seiner Größe von 2,02 Meter – ein genialer Centerspieler. Mit 32 hat er noch mal mit dem Handball beim TSV Jestädt begonnen und seinem Namen als sportlicher Allrounder weitere Ehre gemacht – dazu kommen noch Tischtennis, Tennis und Kegeln. 1989 gehörte er zu den Triebfedern bei der Gründung der HSG Jestädt/Grebendorf. Bis ihn die Krankheit einholte, war er Trainer der ersten Mannschaft, erster und zweiter Vorsitzender sowie Chefredakteur der Vereinszeitung „HSG-Echo“ und Eintreiber von Sponsorengeldern. Schon zwei Monate vor seinem Tod wurde die Handballspielgemeinschaft eingestellt.

In München absolvierte er seine Wehrpflicht und studierte dort Betriebswirtschaft, bevor er 1979 Redakteur bei der Werra-Rundschau wurde. Natürlich der Lokalsport aber auch Kommunalpolitik und das Vereinsgeschehen gehörten zu seinen Tätigkeitsfeldern. Und auch an Kulturkritiken traute er sich ran – egal ob Rock, Pop, leichte Musik, Musical, Operette oder Oper. Viele seiner Artikel begannen mit Zitaten aus deutschen Liedern.

In seine Zeit als Redakteur fiel auch der Fall der Mauer 1989, den Ditschi genoss wie kein Zweiter. Als Reporter für die WR brachte er in der Wendezeit nicht nur viele Geschichten aus den neuen Nachbardörfern mit, sondern auch viele Freundschaften. In Diedorf fand er eine weitere Heimat. Hier spielte er zwischenzeitlich sogar in der örtlichen Tischtennis-Mannschaft und wurde im Karnevalsverein für eine Session zum Prinzen von Diedorf gekürt.

Nach seinem Übergang in den Ruhestand 2012 blieb Ditschi Möller weiter Teil der WR-Redaktion. Auch als freier Mitarbeiter wurde sein großer Erfahrungsschatz in Sport und Politik geschätzt. Zuletzt folgte aber sein Körper nicht mehr dem Tatendrang, den sein Geist noch hatte. Krankheiten, denen er wie zu seinen sportlichen Hochzeiten den Kampf ansagte, warfen ihn immer wieder zurück. Am Ende kämpfte er aber gegen einen übermächtigen Gegner und verlor.

Der Einstieg in seinen eigenen Nachruf wäre sicherlich Udo Lindenbergs Klassiker „Hinter dem Horizont geht’s weiter“ gewesen. So wollen wir enden. Man sieht sich.

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