1200 Jahre

In Altenburschla wird am Sonntag gefeiert

Herausgeputzt: Jeden Tag treffen sich die Helfer des Ortes mit dem Ortsvorsteher, um das Dorf für die Besucher in Schwung zu bringen.

Altenburschla. Am Sonntag wird die urkundliche Ersterwähnung von Altenburschla vor 1200 Jahren gefeiert. Drei- bis viertausend Besucher werden erwartet. Bis dahin soll alles blitzen und blinken.

Altenburschla. Selten herrschte an einem Dienstagmorgen so viel Betrieb in Altenburschla wie gestern. Jeder, der Zeit hat in diesen Tagen, ist im Dorf unterwegs, um den kleinen Wanfrieder Stadtteil für das große Fest herauszuputzen.

Dass die Menschen aus Altenburschla es verstehen, ihren Ort ins rechte Licht zu rücken, haben sie schon mehrfach bewiesen. Die Auszeichnungen als schönstes Dorf Deutschlands (1961 und 1973) liegen zwar schon einige Jahrzehnte zurück, Altenburschla hat seitdem aber nichts von seinem Charme verloren. Das Fachwerkdorf bietet eine perfekte Kulisse, um die Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte in Szene zu setzen. Der gesamte Ort wird am Sonntag zu einem lebendigen Museum. Fast 40 Aussteller und Programmpunkte werden zu sehen sein. Größtenteils die Einheimischen präsentieren auf ihren Grundstücken die Attraktionen. Dabei lohnt sich der Blick hinter die Fachwerk-Kulissen. Auch auf Hinterhöfen, in Scheunen und Garagen wartet Sehenswertes auf die Besucher.

Landwirtschaft im Fokus

Die Landwirtschaft wird am kommenden Sonntag im Vordergrund stehen. „Sie hat das Dorfleben über Jahrhunderte geprägt, die Menschen haben hier weitestgehend ihren Lebensunterhalt mit Viehhaltung und Ackerbau bestritten“, erklärt Ortsvorsteher Ulrich Flender, warum man sich im Festausschuss für diesen Fokus entschieden hat. Historische Landmaschinen und längst vergessene Werkzeuge und Hilfsmittel werden gezeigt. Das Dorf wird so dekoriert, dass sich an jeder Stelle etwas Historisches finden lässt. Die Exponate stammen alle aus den Scheunen, Kellern und Dachböden aus Altenburschla. Jeder hat etwas gefunden, das er zu der Ausstellung beitragen kann. So ergibt sich ein stimmiges Bild der vergangenen Jahrhunderte.

Altes Handwerk nimmt einen ebenso großen Raum ein. Altenburschla hatte in der früheren Zeit eine gute Infrastruktur für die Größe des Dorfes. Eine alte Schmiede wird aufgebaut und zwei gelernte Stellmacher aus Altenburschla zeigen in einer Original-Werkstatt die Kunst, Wagenräder zu bauen und zu reparieren.

Im Dorfgemeinschaftshaus hat der Festausschuss in den vergangenen Monaten eine Bilderausstellung zusammengetragen. Hier dokumentieren Fotos die Geschichte des Ortes seit Beginn der Fotografie. Besonderes Augenmerk haben

„Die deutsche Teilung war in Altenburschla immer präsent.“

die Organisatoren hier auf die Zeit des Eisernen Vorhangs und der Grenzöffnung gelegt. „Die deutsche Teilung war in Altenburschla immer präsent“, sagt Ulrich Flender. Viele verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Alten- und Großburschla wurden durch den Mauerbau jäh unterbrochen. Umso größer war die Freude über die Grenzöffnung 1989.

In diesen Tagen treffen sich die Männer und Frauen aus Altenburschla jeden Morgen um halb zehn bei Ortsvorsteher Flender, um die Arbeiten des Tages zu besprechen. Verschiedene Holzhütten, die mit Gärtnermatten verkleidet sind und die Bühne am Anger wurden bereits aufgebaut. Die Fichtenstangen wurden selbst geschlagen, alle Unterstände selbst gebaut. Überall im Ort werden stilechte Sitzgelegenheiten aus Strohballen und Bohlen aufgebaut. 300 Ballen wurden vorausschauend bereits im vergangenen Jahr gepresst.

Dass das große Dorfjubiläum voll im Zeitplan liegt und die Ideen wie geplant umgesetzt werden, ist dem Festausschuss zu verdanken. Er trifft sich seit Februar 2012 und wickelt das Fest in trockene Tücher. Etwa 20 Männer und Frauen sind mit der Planung beschäftigt. Der komplette Ortsbeirat, die Vereinsvorsitzenden und einige Bürger bilden das Komitee. Ortsvorsteher Flender hat den Kreis so offen gelassen, dass sich jeder miteinbringen kann. „Wir haben das Unserige getan, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.“

Von Tobias Stück

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