Nistkästen für 480 Vogelpaare in Grebendorf

In der Gemarkung Grebendorf gibt es mehr Nistkästen als an anderen Orten. 480 Stück sollen es sein. Die hat der Ort hauptsächlich Günter Rode zu verdanken.

Spaziergängern und Wanderern ist längst aufgefallen, dass es in der Gemarkung Grebendorf an vielen Stellen Nistkästen gibt, sicherlich in einer größeren Dichte als in den meisten anderen Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises. Das ist vor allem der Verdienst des in 2015 im Alter von 83 Jahren gestorbenen Einwohners Günter Rode, der, zunächst Jäger, schon als junger Mann seine Liebe zum Naturschutz entdeckte. Bedingt durch die moderne Forstwirtschaft haben es vor allem Vögel, die Höhlen bewohnen, heute schwerer, natürliche Nistgelegenheiten zu finden. So baute Günter Rode, wann immer er Zeit hatte, eine Vielzahl von Nistkästen und hängte sie vom Grebendorfer Hüttchen bis Braunrod und vom Diebsgraben bis zur Grenze zu Schwebda auf und betreute sie. Das wichtigste Ziel ist der Erhalt der Artenvielfalt.

Günther RodePionier im Vogelschutz

Viele Jahre hat ihm Bernd Hiddemann geholfen. Seit 2001 ist er Hauptverantwortlicher, und es wird noch sorgfältiger Buch geführt, welche Kästen durch welche Tiere benutzt werden. Vogelliebhaber aus Grebendorf haben ihm in diesen Jahren geholfen, darunter Volker Matzke, Rudi Kauer, Frank Nölke, Edda Hiebenthal und seit zwei Jahren Ortlind und Rainer Cziharz. Horst Schößler unterstützte die Arbeit seit Jahren, u.a. hat er mit Berufsschülern zahlreiche Nistkästen für Günter Rode gebaut. Viel Dank gebührt ihnen allen und darüber hinaus der Gemeinde Meinhard und anderen Sponsoren. Jedes Jahr wird weiterhin Geld für Bau- und Pflegematerial gebraucht. Heute betreuen die Grebendorfer in ihrer fast acht Quadratkilometer großen Gemarkung nahezu 500 Kästen für Meisen, Sperlinge, Eulen, Kleiber, Baumläufer, Hornissen, Fledermäuse usw., die aber auch als Unterschlupf für Siebenschläfer, Haselmäuse und andere Höhlenbewohner dienen. Für die jährlichen Kontrollen brauchen die Nistkästenbeauftragten drei Wochen, dazu kommen noch die Büroarbeit und die Arbeit in der Werkstatt.

In den vergangenen Jahren fand man im Wald immer mehr leer gebliebene Kästen (vor allem nach dem heißen, trockenen Jahr 2018), auch die Anzahl der geschützten Siebenschläfer und Haselmäuse hat stark abgenommen. Dagegen gab es am Waldrand, in Feld und Garten durchaus auch Zunahmen bei einigen Vogelarten. Die Bedrohung der Höhlenbrüter durch Marder und Waschbär ist deutlich sichtbar, man muss die Kästen heutzutage besonders sichern, dass sie nicht umgedreht oder ausgenommen werden können.

Sie sollten mit der Öffnung möglichst nach Südosten in mindestens drei Meter Höhe an einem forstlich uninteressanten Baum gut befestigt werden. Die Kästen müssen im Spätherbst oder ausgehenden Winter kontrolliert werden. Am Inhalt, der entfernt wird, erkennt man die Bewohner. Oft ist es z.B. nach der brütenden Meise dann noch ein Siebenschläfer. Das gesamte Nistmaterial muss raus und mit ihm mögliche Parasiten, die die Vögel im nächsten Jahr belästigen könnten. So ist der Kasten wieder bezugsfertig für die neue Brut. Jedes Jahr ist eine Anzahl von Kästen defekt oder zerstört, die dann repariert oder ersetzt werden müssen. Wer als Wanderer oder Spaziergänger einen am Boden liegenden Nistkasten vorfindet, sollte ihn aufrecht gut sichtbar am Baum oder Wegesrand aufstellen. Er kann dann noch als Unterschlupf für andere Tiere dienen und von den Helfern bei der nächsten Kontrolle wieder aufgehängt werden. Noch hilfreicher wäre es, einen der Helfer zu verständigen.

Mitunter kann man bei der Nistkastenkontrolle Kurioses entdecken. So haben in diesem Jahr in mehreren Fledermauskästen trotz ihrer ganz schmalen Öffnungen erstaunlicherweise Meisen genistet. Ein großer Hornissenkasten (80 Zentimeter Höhe) war vollgefüllt mit Feldsperling-Nistmaterial. Es kommt auch vor, dass Vogelnist- und Fledermauskästen einen Wespen- oder Hornissenstaat enthalten. Findet man im Winter noch nicht ausgebrütete Eier, so sind die Eltern wahrscheinlich Opfer eines Räubers geworden. Die 480 Kästen waren 2018 belegt mit: Meisen (224), Siebenschläfern (32), Feldsperlingen (22), Kleibern (15), Haselmäusen (2), Sonstige (21). 113 Kästen waren leer, 33 defekt.  red

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