Ortsbeirat muss Votum formulieren 

Ortsbeirat vor schwerer Entscheidung: Die Heimatalm am Werratalsee spaltet Schwebda 

Ortsbeirat vor schwerer Entscheidung: Die Heimatalm am Werratalsee spaltet Schwebda 
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Ortsbeirat vor schwerer Entscheidung: Die Heimatalm am Werratalsee spaltet Schwebda 

Im Werra-Meißner-Kreis wird ein Votum erwartet. Dem Ortsbeirat von Schwebda dürfte eine schwere Entscheidung bevorstehen. 

Deshalb hatte Ortsvorsteherin Silke Rottstädt nicht nur die Mitglieder des Ortsbeirates, sondern auch Bürger und vor allem den Betreiber der Heimatalm, Christian Mehler, am Dienstagabend in das Bürgerhaus des Meinharder Ortsteiles eingeladen. 

Mehler lies sich allerdings kurzfristig wegen einer Erkältung entschuldigen. „Der Ort ist zwischen Befürwortern und Gegnern des Projektes gespalten“, schildert Rottstädt die Stimmung im Dorf. „Deshalb wollen wir das Pro und Contra auch mit den Bürgern diskutieren.“

Weil Heimatalm-Betreiber Mehler nicht da war, um Ortsbeirat und Bürgern zu den Einzelheiten des Projektes Rede und Antwort zu stehen, musste Bürgermeister Gerhold Brill seinen Part übernehmen, allerdings mit der Einschränkung, nicht alle Details und Pläne zu kennen.

300 bis 400 Quadratmeter Fläche wird die Heimatalm benötigen, gebaut werden soll sie direkt in die Ecke des Ostufers und an dem Zuweg zur Werranixe und in direkter Nachbarschaft zum Werratalsee-Naturcamp Meinhard. Betrieben werden soll der Hüttengaudi nach Aussage Brills ganzjährig mit einem Ruhetag pro Woche. Der Betreiber wolle das Gros seiner Gäste über Eventreisen akquirieren, die dann per Bus anreisen. Mehler wolle den Betrieb der Heimatalm spätestens im Sommer dieses Jahres starten. „Ansonsten wird er sicher woandershin ziehen“, sagte Brill.

Die Heimatalm hatte im vorigen Jahr für eine Saison am Nordufer des Werratalsees auf Gemarkung der Stadt Eschwege gastiert. Im Herbst hatte der Betreiber die Gemeinde Meinhard gefragt, ob sie sich vorstellen könne, dass die Heimatalm dauerhaft an das Ostufer des Sees bei Schwebda zieht. 

Im Dezember hatte zumindest der Gemeindevorstand grünes Licht gegeben. Die endgültige Entscheidung muss die Gemeindevertretung fällen.

Neben den Einwohnern, die die Heimatalm am See begrüßen, formiert sich auch Widerstand im Ort. „Der Platz ist zu klein für so unterschiedliche Konzepte“, sagte Sabine Weber. Menschen im Dorf fürchten, das Verkehr und Müll zunehmen werden, das Unterdorf Lärmbelästigung. „Wir sollten beachten, dass das Ostufer ein Naherholungsgebiet ist. 

Das verträgt sich nicht mit dem Partykonzept.“ Magda Range, die in Schwebda eine Frühstückspension betreibt, räumte aber ein, dass viele Gäste vor allem im Sommer am Werratalsee eine angenehme Gastronomie vermissen. „Mir gefällt der Standort nicht, aber generell wäre es gut, wenn es so was gäbe.“

Rainer Klippert, der an der Sitzung als Vertreter des Naturcamps teilnahm, kündigte für den Bau der Alm am Ostufer an, dass der Verein sich das Treiben ein Jahr ansehen wolle. „Dann ziehen wir uns zurück“, sagte er. Die Alm sei falsch am Ostufer. „Sie kann nicht mit dem aufgebauten Konzept des Naturcamps korrespondieren.“

Seine Gäste setzten auf Ruhe und Natur. Klippert erinnerte daran, dass noch vor einigen Jahren keiner das Ostufer wollte. „Wir haben damals das Potenzial erkannt und in viel ehrenamtlicher Arbeit etwa Nachhaltiges für die Region geschaffen. Wir wollen keine zweite Königsalm.“

Weitere Informationen:

Donnerstagabend um 20 Uhr stellt der Heimatalmbetreiber sein Konzept in einer öffentlichen Ausschusssitzung der Gemeinde Meinhard um 20 Uhr im Bürgerhaus Grebendorf vor. Bürger sind eingeladen.

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