Betreiber will Festbau

Ortsbeirat Schwebda votiert gegen Heimatalm: „Werratalsee-Ostufer erhalten, wie es ist“

Inzwischen beliebte Einkehr am Werratalsee: die Heimatalm, die derzeit am Nordufer steht. Der Betreiber Christian Mehler würrde mit einer Festbau-Gastronomie gern an das Ostufer nach Schwebda.
+
Inzwischen beliebte Einkehr am Werratalsee: die Heimatalm, die derzeit am Nordufer steht. Der Betreiber Christian Mehler würrde mit einer Festbau-Gastronomie gern an das Ostufer nach Schwebda.

Nach etwa zehnminütiger Beratung hat der Ortsbeirat Schwebda in dieser Woche einstimmig das Ostufer als künftig dauerhaften Standort der Heimatalm abgelehnt.

Schwebda - Der Betreiber der Heimatalm, die derzeit am Nordufer des Werratalsees steht, und auch Rainer Klippert vom Werratalsee-Naturcamp Meinhard hatten an dem Abend ihre Konzepte für das Ostufer vorgestellt.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und alles Für und Wider gründlich abgewogen“, erklärt Ortsvorsteherin Silke Rottstädt. „Das Ostufer soll so bleiben, wie es ist.“ Der Wettbewerbsnachteil für das Naturcamp, das derzeit neben dem Camp auch den Strand als Pächter bewirtschaft, sei zu groß. In der Tat weichen die beiden Konzepte von Mehler und Klippert weit voneinander ab.

Konzept Heimatalm

Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Sommer am Nordufer des Sees will Christian Mehler nicht den Blockhüttenbau der Heimatalm am Ostufer installieren, sondern einen Festbau. „Die Zielgruppe sind Radfahrer, Wanderer, Familien und Erholungssuchende, nicht Ballermann-Publikum“, sagt Mehler. Dafür habe er mit Architekten und Experten ein Konzept entwickelt. Konzerte und Eventgastronomie gehörten künftig nicht mehr dazu.

Zugleich will Mehler sein Unternehmen, zu dem auch die Agentur „Konzept-Hafen“ gehört, an den künftigen Standort seiner Gastronomie verlegen. „Außerdem wollen wir auch unserem Personal eine Perspektive bieten“, sagt Mehler, der derzeit 40 450-Euro-Kräfte beschäftigt sowie zehn festangestellte Mitarbeiter.

Das Konzept hat Mehler auch am 26. Oktober dem Magistrat der Stadt Eschwege vorgestellt – für den dauerhaften Standort Nordufer, das zu Eschwege gehört. „Ich habe zumindest das positive Signal erhalten, dass die Alm diesen Winter und kommenden Sommer erst mal am Nordufer bleiben kann.“ Beide Standorte seien ihm recht, sagt er. Schade wäre nur, wenn er mit seinem Projekt woanders hingehe und dann am Nordufer, wie schon seit vielen Jahren der Fall, wieder nichts passiere.

Das Naturcamp

Rainer Klippert, dessen Verein das Nachbargelände am Ostufer seit 2013 als Verein bertreibt und seit 2018 auch den Strand bewirtschaftet, will den bisherigen Kiosk-Container durch eine „ansehnliche Gastblockhütte ersetzen, in der regionale Speisen und Getränke in gemütlicher Atmosphäre angeboten werden. Laut Klippert gebe es einen Investor, der aber noch um Diskretion gebeten habe.

Zudem plane das Naturcamp unter anderem einen Bauern-golfplatz und eine Fahrradmietstation. „Die Heimatalm würde uns einfach plattmachen.“ Auch im Tourismus dürfe es nicht nur um Geld gehen. Klippert teilte mit, dass der Verein das Gelände des Ostufers auch kaufen würde, wenn die Gemeinde es veräußert.

In Kürze werden Mehler und Klippert ihre Konzepte für das Ostufer noch mal im Haupt- und Finanzausschuss des Parlamentes vorstellen. Zur Abstimmung soll es noch auf der Dezembersitzung der Gemeindevertretung kommen, bestätigte Bürgermeister Gerhold Brill. Der Gemeindevorstand hatte dem Parlament im Dezember vorigen Jahres vorgeschlagen, dem Bauantrag für die Heimatalm am Ostufer zuzustimmen. „Wenn die Gemeindevertretung jetzt für das Konzept von Mehler stimmt“ so Ortsvorsteherin Silke Rottstädt, „können wir nichts machen“. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare