Alle hören auf sein Kommando

Porträt: Patrick Möller aus Jestädt ist neuer Wehrführer

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Seit dem Eintritt in die Einsatzabteilung immer in der Verantwortung: Patrick Möller aus Jestädt ist nach Jugendwart und und Stellvertreter nun Wehrführer.

Patrick Möller aus Jestädt ist neuer Wehrführer. Der 38-Jährige hat schon immer Verantwortung innerhalb der Feuerwehr übernommen. 

Er ist seit der Jugendfeuerwehrzeit in 1995 bei den Brandschützern von Jestädt aktiv, hat praktisch alle Ausbildungsstationen durchlaufen, fand 1999 den Weg in die Einsatzabteilung und gibt nun für fünf Jahre den Ton an. Patrick Möller wurde am 27. Dezember des vorigen Jahres zum Wehrführer in seinem Heimatort gewählt, tritt damit in die Fußstapfen von Jörg Wollenhaupt, der auf eigenen Wunsch ins zweite Glied zurückgetreten ist.

Schon bei der ersten Übung, einem fiktiven Brand in einem Jestädter Holzdesign-Betrieb, hat Patrick Möller in überzeugender Manier die Rettung von eingeschlossenen Arbeitern koordiniert und mit gezielten Instruktionen den Löschangriff geleitet. Fazit der Übung: Alle haben auf das Kommando von Patrick Möller gehört, in diesem Falle die drei Einsatzgruppen von Jestädt, Grebendorf und Motzenrode, die zur vollsten Zufriedenheit des neuen Wehrführers ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt haben. Als außergewöhnlich schwer sollte sich die Personenrettung seitens der Atemschutzgeräteträger erweisen.

Sofort Verantwortung übernommen

Der heute 38-jährige Patrick Möller hat mit dem Wechsel in die Einsatzabteilung sofort Verantwortung übernommen, er wurde schon Ende 2000 als Jugendwart gewählt und füllte das Amt bis August 2009 aus. „In dieser Zeit habe ich in Personalunion auch noch als stellvertretender Wehrführer agiert“, blickt Möller auf eine halbjährige Pause in diesen Ehrenämtern.

Nach seiner Ausbildung zum Fachangestellten bei der Gemeindeverwaltung Meinhard zog es ihn 2002 für zwölf Jahre zur Bundeswehr. „Und von September 2009 bis März 2010 war ich diesbezüglich in Afghanistan gefordert“, erinnert er sich an die Aufgaben im Kommandeurbüro des Generals: „Ich habe seine vielen Reisen mitorganisiert, ihm permanent zugearbeitet und ihn bei der Rückkehr immer auf dem neusten Stand gehalten. Höhepunkte in diesem halben Jahr waren die Vorbereitungen auf die Besuche von Karl-Theodor zu Guttenberg und Guido Westerwelle“, so Möller, der nach seiner Rückkehr in die Heimat sofort wieder der Feuerwehr diente.

„Zwischen 2013 und 2015 mussten wir einen personellen Engpass kompensieren. Deshalb habe ich noch einmal das Amt des Jugendwartes ausgeübt, um dann Ende des vorigen Jahres vom Stellvertreter zum Wehrführer aufzusteigen“, weiß er die schweren Aufgaben einzuschätzen. Unter dem Strich des beispielgebenden Feuerwehrkameraden stehen sage und schreibe 18 erfolgreich absolvierte Lehrgänge auf Kreisebene oder an der Landesfeuerwehrschule in Kassel sowie auch noch eine Wahlperiode von fünf Jahren als zweiter Kassierer des Feuerwehrvereins Jestädt.

„Gemeinschaft macht Führungsarbeit leicht“

Besonders stolz ist Patrick Möller, dass sich die Einsatzabteilung aus sehr vielen Aktiven zusammensetzt, die aus der Jugendfeuerwehr nachgerückt sind. „Das liegt sicherlich an unserer guten Jugendarbeit, bei der wir stets das Interesse hochgehalten und offensichtlich nicht viel falsch gemacht haben“, hebt der Wehrführer die gute Altersstruktur der Einsatzkräfte hervor. „Wir sind eine gute Truppe, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt machen die Führungsarbeit leicht“, findet Möller lobende Worte.

Auch als Handballer der HSG Jestädt/Grebendorf kann Patrick Möller auf bewegte Jahre schauen: „Ich habe bei den Minis begonnen, alle Jugendmannschaften durchlaufen und gehörte nach zwei Jahren in der zweiten Mannschaft bis zur Geburt von unserer Tochter Leni in 2013 der ersten Mannschaft an“, denkt er beim WR-Gespräch auch noch an zwei Jahre, in denen er auch als Jugendtrainer ehrenamtlich als Vorbild fungierte. „Bis heute bin ich Fan geblieben, habe mir natürlich auch das letzte Spiel meiner HSG am 4. Mai angesehen“, bedauert Patrick Möller, wie viele Meinharder Handballfreunde auch, den Rückzug der Mannschaft aus dem Spielbetrieb.

Fazit: „Ich würde feuerwehrtechnisch und auch was den Handball betrifft alles wieder genauso machen. Fakt ist, dass es bei mir mit dem Wechsel vom Parkett auf die Tribüne sehr oft in den Fingern gekribbelt hat.“

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