Porträt: Norbert Gittel ist im Dauereinsatz für Multiple-Sklerose-Gesellschaft

Immer im Einsatz: Norbert Gittel ist seit 1987 Schatzmeister der Multiple-Sklerose-Gesellschaft Werra-Meißner und seit 2012 auch noch Vorsitzender. 
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Immer im Einsatz: Norbert Gittel ist seit 1987 Schatzmeister der Multiple-Sklerose-Gesellschaft Werra-Meißner und seit 2012 auch noch Vorsitzender. 

Ein Porträt über Norbert Gittel. Er ist im Dauereinsatz für die Multiple-Sklerose-Gesellschaft. 

„Sie sind seit über 30 Jahren Schatzmeister der Untergruppe Werra-Meißner in der Deutschen Multiple- Sklerose-Gesellschaft. Und in dieser Funktion sind Sie ein unermüdlicher Sammler von Spenden, die die Basis für Ihren umfangreichen Arbeitsaufwand bilden, um den Betroffenen zur Seite stehen zu können. 

Ihr ehrenamtlicher Einsatz ist gleichzeitig eine Entlastung für den DMSG-Landesverband Hessen. Sie fahren zu Hausbesuchen, bieten konkrete Alltagshilfe an, organisieren Fahrdienste zu Ärzten und, was ganz wichtig ist, Sie pflegen die Kontakte zu den Spendern.“

Gittel wurde auch bereits für sein Engagement geehrt 

Diese Laudatio hat der Schirmherr der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft, der frühere Bundespräsident Christian Wulff, im Rahmen der Ehrung für Norbert Gittel aus Schwebda beim alljährlichen Treffen der 16 Landesverbände gehalten, die jüngst in Berlin zu Gast beim Bundesverband waren.

„Mein früherer Chef Heinrich Keller, der seinerzeit Sparkassendirektor in Eschwege war, hat mich 1987 animiert, die Aufgabe der vakanten Position des Schatzmeisters bei der DMSG-Untergruppe Werra-Meißner zu übernehmen. Ich stand durchaus in Beziehung zu dieser Vereinigung, weil mein Vater an MS erkrankt war“, erklärte Norbert Gittel beim WR-Gespräch. Diese Aufgabe erfüllt er bis zum heutigen Tage mit Hingabe, „ja, diese Arbeit verlangt ganz viel Herz, sie ist mir im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz gewachsen.“ 

2012 war es dann, als es um den Nachfolger der langjährigen Vorsitzenden Ilse Kalden ging, „die für uns ganz wichtig war, weil sie bundesweite Kontakte pflegte. 

Zudem bekleidet er eins der Höchsten Ämter der Gesellschaft 

Nach intensiven Gesprächen mit unserem zweiten Vorsitzenden Matthias Sadowsky und dem Geschäftsführer des Landesverbandes habe ich in Personalunion zusätzlich das Amt des Vorsitzenden übernommen“, konstatiert Norbert Gittel, dass Ilse Kalden zur Ehrenvorsitzenden ernannt werden sollte, sie aber leider zuvor verstorben ist. Finanzielle Gründe seien es gewesen, dass das Büro in Wanfried aufgegeben wurde. 

„Unsere Büroleiterin Ursula Heckmann ist zudem in Ruhestand gegangen. Seither koordiniere ich die verwaltungstechnischen Anforderungen im Büro meines Hauses in Schwebda“, so der Vorsitzende.

Das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten: „Wir hatten zwei Jahre eine Festangestellte, die für Krankenbesuche, Fahrdienste oder Einkäufe zuständig gewesen ist. 

Dankbar für die Ehrenamtlichen Helfer 

Aber mit ihrem Ausscheiden stand für uns die Frage im Raum, wie wir uns neu organisieren“, ist Norbert Gittel noch heute anzumerken, dass ihm beim Blick auf vier ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, „die für uns eine enorme und unbezahlbare Hilfe bedeuten“, ein Stein vom Herzen gefallen ist.

Apropos Herz: „Eine Herzensangelegenheit war für mich die Tatsache, dass wir einen Patienten von der holländischen Grenze auf Wunsch seiner Mutter in den Werra-Meißner-Kreis geholt haben. 

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Kosten nicht getragen, aber wir haben den Fahrdienst organisiert und bezahlt“, schwärmt Norbert Gittel und gibt zu verstehen, dass Hausbesuche auch für ihn selbstverständlich sind: „Ich unterhalte mich gerne mit Betroffenen, helfe ihnen und baue sie auf.“

So finanziert sich die Gesellschaft 

Die 48 Euro Jahresbeitrag müssen an den Landes- und Bundesverband abgeführt werden. „Wir organisieren uns gänzlich von Spenden oder Stiftungsausschüttungen. 2014 durften wir uns dank eines großzügigen Spenders über ein rollstuhlgerechtes Auto freuen. 

Und für mich ist es wichtig, die Aufbauarbeit von Ilse Kalden, Margareta Knolle, Hildegard Fischer und Matthias Sadowsky fortzusetzen“, erklärt Norbert Gittel, dass er auch als Vorsitzender der Hildegard-Fischer-Stiftung fungiert, die unter dem Dach der Bürgerstiftung steht.

100 Einladungen pro Veranstaltung, 200 Bettelbriefe pro Jahr, wobei er 70 Spender in 2019 zählte, bringt Norbert Gittel für die 87 Betroffenen in Umlauf und er nutzt das Forum, um sich bei den Landfrauenvereinen und der Klinik in Lichtenau zu bedanken, „die uns immer wieder nett einladen“, gibt der 65-Jährige zu verstehen, dass er seit sieben Jahren quasi Mädchen für alles in der Gruppe ist.

So begann alles 

Geboren in Gleiwitz in Oberschlesien, fanden die Spätaussiedler 1960 in Waldkappel eine neue Heimat. Der Liebe wegen zu seiner Ebba zog es den Vater eines Sohnes 1981 nach Schwebda. 

Waldkappel hält der ehemalige Sparkassenangestellte (1970 bis 2014) aber immer noch die Treue. Für die TSV-Tischtennisabteilung hat er in fast 50 Jahren knapp 1000 Spiele bestritten und ist heute noch im vorderen Paarkreuz der ersten Mannschaft aktiv.

Nach 20 Jahren Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender hat er sich 2015 vom Werratalverein wegen anderer ehrenamtlicher Aufgaben zurückgezogen, aber dafür vor sechs Jahren bei den Schlaraffen angeheuert, wo er seit Oktober mit zwei Mitstreitern den Thron hütet.

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