SPD-Ortsverein Frieda erwartet zum Festkommers Freitagabend auch Landesvorsitzenden Schäfer-Gümbel

Das „rote Herz“ feiert Jubiläum

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Frieda. Frieda ist als das „rote Herz des Werratals“ bekannt. Das kommt nicht von ungefähr, wie Festredner Jürgen Herwig morgen Abend beim 110-jährigen Jubiläum des SPD-Ortsvereins des Meinharder Dorfes erläutern wird.

Jürgen Herwig

„Dass die Sozialdemokratie hier so eine herausragende Bedeutung erlangen konnte, liegt vor allem an der damaligen sozialen und wirtschaftlichen Struktur des Ortes “, so Jürgen Herwig, der in den 1980er Jahren für seine Examensarbeit die Lebensbedingungen und das Politikverständnis in Frieda zwischen 1785 bis 1914 untersuchte und auch darüber hinaus noch intensiv weiter forschte. In Frieda habe es im Gegensatz zu den umliegenden Dörfern nur wenige landwirtschaftliche Nutzflächen gegeben, so dass hier viele Männer gezwungen waren, ein Handwerk zu erlernen und ihr Geld auswärts zu verdienen. „Durch ihren Aufenthalt in den großen Städten kamen sie schon früh mit sozialistischem Gedankengut in Berührung und trugen die Ideen auch in ihren Heimatort weiter, wo sie sich insbesondere auch für den Gewerkschaftsgedanken einsetzten.“

Das schmeckte den Kaisertreuen gar nicht, Landrat Keudell etwa hielt einmal fest, dass Frieda von allen Orten von der Sozialdemokratie „durchseucht“ sei. Trotz des Widerstandes, dem die Sozialdemokraten im Laufe der Zeit ausgesetzt waren, zeigten sie sich einig und stark und leisteten sogar während der einsetzenden nationalsozialisitischen Herrschaft noch „gewissen Widerstand“, wie Jürgen Herwig, 1951 in Frieda geboren und heute Bürgermeister der Stadt Hessisch Lichtenau, weiß. So habe es etwa nach der Absetzung des Sozialdemokraten August Herzog keinen Bürgermeister in Frieda mehr gegeben, auch Ortsgruppenleiter wollte keiner werden.

Auch heute noch ist die Sozialdemokratie in Frieda wichtig: So stellte die SPD ununterbrochen den Ortsvorsteher, wie der Vorsitzende des Ortsvereins, Marc Gottschald, in der Einladung zu der Festveranstaltung zum Ausdruck bringt. Diese beginnt morgen Abend um 19 Uhr in der Weinberghalle in Frieda. Es werden einige prominente SPD-Politiker und auch Mitglieder zu dem Kommers erwartet. So wird etwa auch Thorsten Schäfer-Gümbel, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der SPD Hessen für die Landtagswahl, zu den Gratulanten gehören. Auch Bundestagsabgeordneter Michael Roth, Landtagsvizepräsident Lothar Quanz und Meinhards Bürgermeister Hans Giller haben ihre Teilnahme zugesagt.

Für seinen Vortrag hat Jürgen Herwig, selbst Sozialdemokrat in dritter Generation, seine Aufzeichnungen noch einmal studiert und auch eine Dokumentation mit Schriftstücken und Fotos aus der bewegten sozialdemokratischen Vergangenheit des Dorfes zusammengestellt. Genau wie die anderen Gäste und Mitglieder des Ortsvereins freut er sich auf einen spannenden Abend im „roten Herz des Werratals.“

Von Melanie Salewski

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