Mit einem glanzvollen Klavierabend mit Alexander Urvalov wurde eine alte Tradition wieder aufgenommen

Glanzvoller Klavierabend auf Wolfsbrunnen

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Ein hervorragender Pianist ohne Starallüren. Alexander Urvalov begeisterte das Publikum im Audienzsaal von Schloss Wolfsbrunnen mit seiner fantastischen pianistischen Kunst.

Die letzten Klavierkonzerte auf Schloss Wolfsbrunnen liegen weit zurück, so dass das Konzert am Freitagabend so etwas wie eine Premiere war - eine glanzvolle Premiere.

Schwebda. Im schönen Audienzsaal im oberen Stockwerk des in frischer Pracht strahlenden Baus aus dem frühen 20. Jahrhundert hatten sich viele Musikfreunde aus der ganzen Region versammelt, um an diesem Ereignis teilzuhaben. Und alle waren begeistert, dass die alte Tradition wieder aufgenommen wird. Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad meinte gar, dass nun die Welt wieder in unsere Region kommt. Und der langjährige Manager des Kulturbundes, Johannes Loch, zeigte sich auch hoch erfreut und sagte, dass als er von diesem Vorhaben hörte, gleich mit seiner ganzen Erfahrung jede Hilfe angeboten hätte.

Und nun war es soweit. Durch die tatkräftige Initiative von einigen musikbegeisterten Menschen wurde der Traum Wirklichkeit: mit einem hervorragenden Pianisten wurden die Schlosskonzerte wieder aufgenommen. Mit durchschlagendem Erfolg.

Der Pianist, der in diesem herrlichen Ambiente, dieses erste Konzert musikalisch gestaltete, war kein geringerer als Alexander Urvalov. Der 1954 in Sankt Petersburg (damals hieß es noch Leningrad) geborene, seit 1991 in Deutschland lebende Interpret gehört zu den profiliertesten Pianisten unserer Zeit und verfügt über ein immenses Repertoire, mit dem er in vielen internationalen Konzertsälen Triumphe feiert. Aber seit seinen jungen Jahren, als er beim internationalen Warschauer Chopin-Wettbewerb einen Preis gewann, gehört seine Vorliebe dem polnischen Komponisten - von dem er das ganze Klavierwerk beherrscht. Und wie er es beherrscht, zeigte er an diesem hervorragenden, Chopin gewidmeten, Klavierabend.

Chopin-Konzert auf Schloss Wolfsbrunnen

Am Beginn des Abends stand die Barcarolle op. 60 gefolgt von einem der beliebtesten Werke Chopins, der Fantasie-Impromptu op. 60. Als nächstes Stück folgte der herrliche Scherzo b-moll mit den markanten Anfangs-Triolen, und nach weiteren Werken beendete er das Konzert mit der wundervollen, weit ausladenden Polonaise brillante mit dem einführenden andante spianato.

Ein spannungsreiches Programm, das von Urvalov robust-kraftvoll, mit großer Transparenz und fantastischer, virtuoser Technik interpretiert wurde. Und als er nach dem stürmischen Applaus der Künstler als Zugaben die betörend schönen Walzer Nr. 2 und 1 aus dem op. 64 spielte, strahlte sein Spiel jene magische Schönheit aus, die das Herz der Chopin-Fans höher schlagen lässt.

Ein herrlicher Klavierabend, dem viele ähnlich schöne folgen sollen.

Von Francisco Pujiula

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