Ulrike Kraiger geht in Pension

Schulschluss für die Rektorin der Meinhardschule in Grebendorf

Freut sich auf die Zeit nach dem Berufsleben: Ulrike Kraiger (62), Schulleiterin der Meinhardschule in Grebendorf, hat morgen ihren letzten Schultag
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Freut sich auf die Zeit nach dem Berufsleben: Ulrike Kraiger (62), Schulleiterin der Meinhardschule in Grebendorf, hat morgen ihren letzten Schultag.

Ulrike Kraiger hat am morgigen Freitag nach 29 Jahren als Lehrerin und nach 14 Jahren als Leiterin ihren letzten Arbeitstag an der Grebendorfer Meinhardschule.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur dunkle Seiten. „Corona hilft mir beim Abschied – es ist ein bisschen, wie sich langsam zu verabschieden“, sagt Die Rektorin.

Bis zuletzt hat die 62-jährige Pädagogin ihre Arbeit mit Leidenschaft und Begeisterung gemacht – als Schulleiterin und Sportlehrerin. Und das liegt in erster Linie an den ihr anvertrauten Kindern. „Die lassen sich so schön begeistern“, sagt Ulrike Kraiger. Ein Grund, warum die eigentliche Gymnasiallehrerin früh in ihrem Werdegang auf Grundschule umgesattelt ist. Den Kindern gute Angebote zu machen, sei ihr ein wichtiges Anliegen gewesen. „Man erhält bei Kindern in diesem Alter sofort eine Rückmeldung seiner Arbeit, man sieht, ob sie sich langweilen oder ob man sie begeistern konnte.“

Aber auch ihre Kollegen schätzt die Rektorin: „Es war wichtig und gut, mit so angenehmen Kollegen arbeiten zu können“, sagt sie rückblickend. Vor allem im letzten Jahrzehnt habe die Schule eine große Entwicklung durchlebt, als deren Teil sich Ulrike Kraiger auch versteht. „Wir sind gesundheitsfördernde Schule, bei uns wird für die Kinder selbst gekocht“, sagt sie. 2014 war zudem das Hauptgebäude der Schule aufwendig saniert worden, die Gesamterneuerung war im vorigen Jahr abgeschlossen. Besucht wird die Schule von 86 Kindern, die aktuelle erste Klasse ist sogar wieder zweizügig.

Gefragt nach Momenten und Erinnerungen aus ihrer Zeit an der Meinhard-Grundschule sagt Ulrike Kraiger: „Es waren so viele schöne Dinge.“ An eine besondere Begegnung denkt sie aber oft. Vor einigen Jahren bot die damals schon über 80-jährige Britin Bertha Levarton an, als Gesprächspartnerin flankierend zu einem Dokumentarfilm über Kindertransporte während der Nazizeit zur Verfügung zu stehen. Sie selbst war als Kind nach England verschickt worden und war dortgeblieben. In den Kinos hatte aber niemand Interesse an einem Gespräch mit der alten Dame, sodass Ulrike Kraiger sie in die Schule einlud. Dort kam Bertha Levarton in ein aufgeschlossenes Gespräch mit den Schülern der 4. Klasse. „Das hat mich wirklich beeindruckt.“

Wenn Ulrike Kraiger morgen der Meinhardschule den Rücken kehrt und die Geschäfte zunächst kommissarisch ihrer Kollegin Sonja Furch übergibt, tut sie das mit etwas Wehmut, aber auch mit Vorfreude.

„Ich freue mich, nicht mehr so eng getaktet leben zu müssen“, sagt sie. Sie will reisen, andere schöne Dinge tun, lesen, im Garten buddeln, Boule spielen. „Ich glaube nicht, dass mir langweilig wird:“

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