Gebäude unter Denkmalschutz

Nicht nur das Tor klemmt: Schwebdas Feuerwehr braucht ein neues Gerätehaus

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Zwischen Boot und Jacken: Wehrführer Mario Siegel im Multifunktionsraum der Feuerwehr in Schwebda. 

Schwebdas Feuerwehrgerätehaus direkt am Anger des Dorfes gleicht einem idyllischen Postkartenmotiv aus dem vergangenen Jahrhundert.

Der kleine Fachwerkbau mit seinem hölzernen Schlauchturm schmiegt sich in historische Ensemble. Doch Schwebdas Wehrführer ist eher froh, dass seine Einsatzkräfte überhaupt noch kommen. Denn das Gerätehaus aus dem 18. Jahrhundert unterbietet jeden denkbaren Standard.

Auf einer gerade mal 40 Quadratmeter großen Fläche, dem sogenannten Multifunktionsraum, ist das Schlauchboot geparkt, an den Wänden hängt dicht an dicht die Einsatzkleidung der knapp 30 aktiven Feuerwehrleute, die beiden Toiletten entstammen sichtbar den 1960er-Jahren. Zwei Haken für Einsatzkleidung sind auf einem winzigen Treppenabsatz gequetscht. Die Küche von drei Quadratmetern Größe hat nur im Sommer warmes Wasser, weil im Winter die Leitungen einfrieren, der Schlauchturm wurde vor fünf Jahren vom Tüv stillgelegt.

Gebäude unter Denkmalschutz

Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, gibt es auch keine Rolltore, sondern zwei Flügeltore, die je nach Wetterlage auch mal klemmen können. Der später errichtet Anbau beherbergt das Einsatzfahrzeug. Auch das ist 25 Jahre alt, aber ein neues würde gar nicht mehr reinpassen.

Das Thema Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für den Ortsteil Schwebda ist in der Gemeinde Meinhard auf dem Tisch, doch die Mittel dafür knapp. Bei einer Sitzung des Feuerwehrkommission der Gemeinde vorige signalisierte der Gemeindevorstand, dass zunächst das neue Gerätehaus in Frieda fertig sein müsse, bevor das nächste Projekt in Angriff genommen werden kann. 

Teil des Fachwerk-Ensembles: Das Feuerwehrgerätehaus am Schwebdaer Anger steht unter Denkmalschutz.

„Wir wollen nicht mehr als Frieda, aber auch nicht weniger“, sagt Wehrführer Siegel. Eine erste Kostenkalkulation für einen Neubau liegt derzeit bei 1,3 Millionen Euro. In einem Vorbescheid hat das Land allerdings die förderfähigen Kosten mit 645.000 Euro veranschlagt. Blieben als Landeszuschuss knapp 260.000 Euro, die als Zuschuss für die Gemeinde planbar sind (das entspricht 40 Prozent).

Frage des Standortes klären

Zunächst soll nun auch die Frage des Standortes geklärt werden. Im Gespräch ist die gemeindeeigene Fläche des Parkplatzes am Ostufer, noch lieber würde die Feuerwehr allerdings dichter an die Bundesstraße. Das sind allerdings private Flächen, die die Gemeinde dann kaufen müsste.

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