Seit 30 Jahren befindet sich ein Schloss im Eigentum der Gemeinde Meinhard

Sitz der Gemeindeverwaltung in Grebendorf. Foto: privat

Grebendorf. Seit 30 Jahren befindet sich das Keudell’sche Schloss im Eigentum der Gemeinde Meinhard. Fast so lange ist die Verwaltung hier untergebracht. 

Im Jahr 1987 kaufte die Gemeinde Meinhard, unter dem damaligen Bürgermeister Hubert Schott, das „Schloss“ in Grebendorf sowie die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude der Familie Menthe ab. Nach sechsjähriger Sanierungszeit bezog Schott mit seinen Mitarbeitern das Verwaltungszentrum der Gemeinde Meinhard im August 1993. Derzeitiger „Schlossherr“ ist Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill.

Weil die damaligen Besitzer Schutzbriefe des deutschen Kaisers besaßen, überstand das „Schloss“ sogar den 30-jährigen Krieg. Der letzte Besitzer des Grebendorfer Gutes war Heinrich Walrab von Keudell. Als er schließlich 1792 ohne einen Erben starb, fiel das Lehen an den Landgrafen zurück. Das Schlossgut unterstand als Domänengut dem Kurfürsten in Kassel und wurde damals von dem Pächter Johann Martin Rexroth und dessen Frau Anna Rexroth, geb. Strauß, bewirtschaftet.

Unter ihrem damaligen Bürgermeister Josef Klingenbiel kaufte die Gemeinde Grebendorf im Jahre 1876 die ehemals Keudell’schen Besitzungen. Er konnte mit einem Teil der Schlossländereien den Bauern Land ersetzen, welches diese für den Bau der Eisenbahnlinie (Berlin-Koblenz-Metz) abgeben mussten. Das übrig gebliebene Land, das Schloss und die Wirtschaftsgebäude verkaufte er an Hans-Peter Mengel („Blaues Haus“). Bei dem Verkauf wurde von der Gemeinde ein Überschuss erzielt, mit dem das damalige Pfarrhaus (gegenüber der Kirche) gebaut werden konnte.

Später überließ Mengel das „Schloss“ seinem Schwager Johann-Christoph Menthe. So kam das Schlossgut in den Besitz der Familie Menthe, in deren Hände es vier Generationen, bis zum Verkauf an die Gemeinde Meinhard, blieb.

Der Grebendorfer Heimatforscher Werner Simon war es, der sich unermüdlich beim Landeskonservator in Wiesbaden für die Erhaltung des unwirtschaftlich gewordenen Herrenhauses einsetzte. Einige der ehemaligen Wirtschaftsgebäude waren 1964 einem Brand zum Opfer gefallen. Die in 1996/1997 neu erbauten Gebäudeteile dienen heute als Sitz der Feuerwehr Grebendorf (Feuerwehrgerätehaus) sowie als Bürogebäude (Ortsvorsteher, Postfiliale, Gemeinde und Förster).

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