Jennifer Müller betreut zwölf Jugendräume in Meinhard und Wanfried

Sorgen sind heute andere

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Der Alte und die Neue: Jennifer Müller ist seit zwei Monaten Jugendpflegerin in Meinhard und Wanfried. Sie hat den Job von Friedrich Klein übernommen.

Meinhard/Wanfried. Beistehen, Begleiten und Bieten. Das ist die Philosophie, die Jennifer Müller vertritt. Die neue Jugendpflegerin von Meinhard und Wanfried ist gerade dabei, sich einen Überblick über die zwölf Jugendräume in den beiden Kommunen zu verschaffen. Mit den Jugendlichen befindet sie sich gerade in der Kennenlernphase.

„Ich bin schon immer sehr gut mit Jugendlichen zurecht gekommen“, sagt die 30-Jährige über sich selbst, obwohl es ihr schwerfällt, eine Eigenbeurteilung zu treffen. Deswegen freut sie sich auf die Arbeit mit Wanfriedern und Meinhardern im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Die Hauptarbeit findet in den Jugendräumen statt. Dort greift sie die Jugendlichen in ihrem Alltag auf, dort knüpft sie die Kontakte zu den jungen Menschen. „Es ist gut, dass es in jedem der zwölf Jugendräume einen Vorstand gibt“, sagt Jennifer Müller. „Dort befindet sich der Schlüssel, um die Gruppe zu öffnen.“

Für diese guten Strukturen hat Friedrich Klein (56) gesorgt. Er war fast 15 Jahre Jugendpfleger in Meinhard und Wanfried gewesen und ist Jennifer Müllers Vorgänger. Friedrich Klein ist jetzt stellvertretender Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt und in diesem Amt für die Kinder- und Jugendarbeit zuständig. „Es war Zeit für etwas Neues“, sagt er zu seinem Jobwechsel.

Die Jugendlichen hätten sich in den 15 Jahren seiner Tätigkeit kaum verändert. Die Probleme und Alltagssorgen seien heute aber andere. Dazu habe in den vergangenen Jahre massiv das Internet beigetragen. „Jugendliche von heute wissen alles, haben aber noch nichts erlebt“, sagt Klein. Früher habe man ältere Freunde gefragt, heute wird gegoogelt. Als er 1997 in Meinhard und Wanfried angefangen hat, hatte er es noch mit großen Gruppen zu tun. Mit der Zeit hätten sich in den Jugendräumen immer mehr Cliquen gebildet, was die Steuerung eines Jugendraumes schwieriger mache.

Immer verlassen können sich die Jugendpfleger nach eigener Aussage auf die Kommunen Meinhard und Wanfried. Sie finanzieren die Jugendpfleger und sind zur Stelle, wenn sie Hilfe brauchen. „Ansonsten lassen sie uns in Ruhe arbeiten, das ist sehr hilfreich“, sagt Klein. Im nächsten Jahr wird Jennifer Müller mit den Bürgermeistern Hans Giller und Wilhelm Gebhard alle Jugendräume besuchen .

Immer greifen konnte Klein die Heranwachsenden, wenn er besondere Projekte angeboten hat. Bei Ferienspielen, Go Ahead und Mitternachtssport, der alle zwei Wochen in Wanfried angeboten wird, hätten die Jugendlichen besonders gut mitgezogen.

Diese Projekte will auch Jennifer Müller beibehalten. Ihr schweben auch einige andere Angebote für die Jugendraum-Nutzer vor. In der zweiten Hälfte der Weihnachtsferien will sie beispielsweise mit den Jugendlichen in die Skihalle nach Bottrop fahren.

Friedrich Klein ist sich sicher, dass seine Nachfolgerin schnell Zugang zu ihren Schützlingen finden wird. „Sie wird ausgetestet werden“, sagt er aus Erfahrung und hat auch einen Tipp: „Du musst konsequent sein, aber auch ein Stück von dir preisgeben.“

Von Tobias Stück

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