Störche brüten

Weißstörche haben sich nach 20 Jahren Pause auf Dach bei Schwebda niedergelassen

Ein Storch sitzt bei blauem Himmel in seinem  Horst auf dem Dach des Steinernen Hauses im Hof des Ritterguts Schwebda.
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Gefiederpflege ist wichtig und gesund: Die Störchin beim Putzen auf dem Horst auf dem Dach des Steinernen Hauses in Schwebda. Das Storchenpaar, das sich dort niedergelassen hat, brütet.

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren hat sich im Werra-Meißner-Kreis ein Weißstorchenpaar zur Brut niedergelassen. Vor zirka drei Wochen rückte das Pärchen in Schweba an.

Sie ließen sich auf dem Dach des sogenannten Steinernen Hauses im Hof des Rittergutes in Schwebda nieder, baute seinen Horst und erwartet möglicherweise in Kürze Nachwuchs. Dort oben lassen sich die Storcheneltern derzeit gut beobachten. Die Störchin verharrt auf dem Nest, erhebt sich zuweilen zum Strecken und Putzen und hält Ausschau. Das Männchen stromert derweil durch die Auen auf der Jagd nach Futter. War der Storch erfolgreich, fliegt er an und füttert seine Gattin. Wer Glück und Geduld beim Beobachten hat, kann das Paar zusammen sehen.

Störche sind eine echte Sensation für die Region

Eine „echte Sensation“ für die Region nennt Rainer Olßok, Vogelschutzwart für den Werratalsse, die Brut der Weißstörche in Schwebda. Zuletzt hatte ein Storchenpaar bis vor mehr als 20 Jahren auf einem alten Bauernhaus in Heldra gebrütet. Doch dann sind die Störche verschwunden. In den vergangenen Jahren zogen immer wieder Paare durch den Landkreis, blieben eine Weile, zum Beispiel in Albungen und auf dem Fridola-Schornstein in Frieda. Zum Brüten blieben sie allerdings nicht. „Die Tiere haben bisher nur gerastet und sind dann weitergezogen“, sagt Olßok.

Nach Ansicht der Ornithologen ist der Standort in Schwebda „hundertprozentig ideal“ für die Störche. Die weitläufigen Pferdeweiden, ein Teich, ein Bachlauf und natürlich der Werratalsee sind ideale Nahrungsquellen für den Storch.

Der ernährt sich neben Fröschen, Insekten und anderen Kleinsäugern besonders gern von Mäusen. „Wegen der trockenen und warmen Sommer haben wir eine hohe Reproduktion von Mäusen“, sagt Olßok. Das Storchenmännchen wurde am Dienstag beispielsweise auf der Vogelinsel im Werratalsee gesichtet und auf Weiden bei Oberdünzebach.

Möglicherweise sind die Jungen der Störche schon geschlüpft

Möglicherweise sind die Storchenjungen des Paares schon geschlüpft, denn Olßok hat beobachtet, dass die Störchin die Nahrung zerkleinert und nach unten gereicht hat. „Mit Sicherheit kann man das aber nicht sagen“, so der Ornithologe. Denn in das Nest reinschauen kann man von unten nicht.

Storchenweibchen brüten zwischen 20 und 25 Tagen, dann schlüpfen die Jungen. Nach weiteren drei Wochen werden sie langsam flügge und können dann auch beobachtet werden.

Bislang fehlte Störchen die Nahrungsgrundlage

Den Grund, warum die Störche der Region so lange fernblieben, sieht Olßok in der fehlenden Nahrungsgrundlage. Trotz vorhandener Plattformen an verschiedenen Standorten im Kreis fehlt es den Störchen offenbar an feuchten Wiesen.

Der Vogelexperte ist sich sicher: „Die Störche werden künftig mehr in der Region werden.“

Ernährt die Familie: Das Storchenmännchen auf Nahrungssuche auf einer Weide bei Schwebda.

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