Südflügel vom Grebendorfer Schloss wird geschätzt

Leere Fensterhöhlen, keine Nutzung: Der Südflügel des Keudellschen Schlossensembles in Grebendorf ist seit 30 Jahren ungenutzt. Die Gemeinde prüft, ob sie das Gebäude, dass in Privatbesitz ist, zurückkaufen soll. Foto: Stefanie Salzmann

Am kommenden Montag will das Ortsgericht den Südflügel des Grebendorfer Schlosses besichtigen und anschließend eine Schätzung vornehmen.

Die Gemeinde hat in ihren aktuellen Haushalt 70.000 Euro für einen eventuellen Rückkauf des Gebäudes eingestellt. Die Summe ist allerdings gesperrt, bis die Gemeindevertretung sich entschieden hat, ob sie das zum Teil marode Gebäude wirklich wieder unter ihre Fittiche nehmen will.

„Das müssen wir ganz sachlich diskutieren, dürfen aber auch nicht den Kopf in den Sand stecken“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill, schränkt aber ein, dass Meinhard immer noch eine arme Gemeinde sei, die Steuergelder nicht in einem Millionengrab versenken dürfe. „Wenn das Land uns hilft, und zwar nicht nur mit 30 Prozent, dann geht was, wenn nicht, lassen wir es.“

Am 4. September hat sich die zuständige Landeskonservatorin Rebekka Schindehütte angekündigt, um mit dem Kreisdenkmalschutz und der Arbeitsgruppe Südflügel zu beraten.

Eigentümer wollen verkaufen

Seit zirka 30 Jahren ist das 34 Meter lange, zweigeschossige Fachwerkgebäude, das Teil des vierflügligen Schlossensembles aus dem frühen 17. Jahrhundert ist und unter Denkmalschutz steht, dem Verfall preisgegeben. Der Südflügel befindet sich in Besitz einer dreiköpfigen Eigentümergemeinschaft. „Wir sind zum Verkauf bereit“, sagt Matthias Mengel, einer der drei Eigentümer, jetzt stehe eine Summe im Raum, über die verhandelt werden müsse.

Für Grebendorfs Ortsvorsteher Willi Jakal ist das runtergekommene Gebäude ein „Schandfleck“ im Ort. „Aber die Scheune ist fester Bestandteil des Grebendorfer Ortsbildes.“ Jakal spricht sich klar dafür aus, dass die Gemeinde das Gebäude erwirbt. Ideen für die Nutzung des Hauses gebe es viele, darunter ein Heimatmuseum.

Auch dem Bürgermeister schwebt lediglich ein sogenannter Kaltausbau der Scheune vor – das heißt, Dach und Fenster sind dicht, das Gebäude aber ohne Heizung. „Der Südflügel darf die Gemeinde finanziell nicht ernsthaft belasten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare