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Unbekannte verteilen Glas auf Getreidefelder und Wiesen

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Von: Stefanie Salzmann

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Wohl mit Absicht wurde das Glas auf dem Feld platziert.
Wohl mit Absicht wurde das Glas auf dem Feld platziert. © Menthe / nh

Täter nehmen Tierleid in Kauf: Unbekannte verteilen Glas auf Getreidefelder und Wiesen in Grebendorf. Das ist äußerst gefährlich.

Grebendorf – Glasflaschen, Gläser und Scherben auf den Stoppelfeldern am Teerwerk zwischen Grebendorf und Eschwege. Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren haben Unbekannte jetzt wieder offenbar gezielt Glas auf den Feldern von Landwirt Christian Menthe verteilt. Auch weitere Landwirte sind betroffen.

Wie der Bauer Menthe berichtet, war das Getreide in der vorigen Woche an einem Feld am Teerwerk gerade gedroschen, auf dem Acker lagen noch die Strohschwaden, um zu Ballen gepresst zu werden, als sein Sohn Ramon das Glas entdeckte. „Die Glasflaschen waren über eine größere Fläche verteilt, als hätte sie jemand gezielt dort vom Auto aus platziert“, sagt Menthe. Zum Teil waren die Flaschen und Gläser zerbrochen, den Rest hätten die schweren Maschinen von selbst erledigt. Der Landwirt hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Grebendorf: Unbekannte verteilen Glas auf Getreidefelder und Wiesen

„Wer sowas macht, handelt wirklich kriminell“, sagt Menthe. Denn die Gefahr, die sich aus dem Glas auf den Feldern für Mensch und Tier ergibt, ist vielfältig. Zum einen ist angesichts der Trockenheit und der Sonneneinstrahlung auf das Glas die Brandgefahr für die Stoppelfelder oder noch stehenden Getreidefelder extrem hoch. Erst vor gut einer Woche waren bei Waldkappel-Gehau große Stoppelfeldflächen abgebrannt (WR berichtete).

Wohl mit Absicht wurde das Glas auf dem Feld platziert.
Wohl mit Absicht wurde das Glas auf dem Feld platziert. © Menthe / nh

Zum anderen aber geht es Christian Menthe auch um die Tiere. Denn geraten Glasscherben ins Stroh, das sowohl als Futter als auch als Einstreu für seine Kühe und Kälber verwendet wird, können sich die Tiere schwer verletzen oder sogar verenden. „Wenn die Kälber das Glas zufällig mit aufnehmen und verschlucken, ist das wirklich qualvoll für die Tiere“, weiß der Milchbauer.

Bereits im Mai dieses Jahres waren von Unbekannten auf einer Wiesenfläche nahe des Teerwerks zwischen Grebendorf und Eschwege bei dem Landwirt Johannes Strauß nach der ersten Mahd ebenfalls Flaschen und Gläser verteilt worden.

Unbekannte verteilen Glas auf Getreidefelder und Wiesen: „Wer sowas macht, handelt wirklich kriminell“

In den vergangenen Jahren waren in Folge auch immer wieder in den Maisfeldern von Bauer Menthe Maiskolben gezielt mit Stahlkrampen und bis zu zwölf Zentimetern langen Nägeln präpariert worden.

Für die Polizei laufen die Taten bisher unter dem Begriff „Vorfälle“. „Damit es strafrechtlich relevant wird, muss erst eine Schädigung eintreten“, sagt der Sprecher der Polizei, Jörg Künstler, auf Anfrage. Von Stefanie Salzmann

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