Einmal Star und zurück

Über die Geschichte der Eschweger Punkband The Bates gibt es jetzt ein Buch

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Fühlt sich wohl in seinem bürgerlichen Leben: Frank Klubescheidt, Schlagzeuger der in den 1990er Jahren erfolgreichen Punkband The Bates, ist angekommen. Nach den Jahren als Star lebt er jetzt in geordneten Verhältnissen, einem Zuhause, einem Job, mit Straßekehren und Rasenmähen.

Jestädt. Zu ihren erfolgreichsten Zeiten mit der Band flog das Leben an Frank Klubescheidt und den Bates wie im Rausch vorbei. Jetzt gibt es darüber ein Buch.

Es gab keine Zeiten, es gab keine Verabredungen, es gab keine Wochenenden. Es gab keine Nachrichten. Frank Klubescheidt schaut gerne auf seine Zeit als Rockstar, die er als Lottogewinn bezeichnet, zurück. Aber ohne Wehmut. „In meinem damaligen Leben hat nichts von dem eine Rolle gespielt, was meinen jetzigen Alltag bestimmt und was mir heute wichtig ist.“ Klube, der Schlagzeuger von Eschweges erfolgreichster Band hat es geschafft, nach dem Leben im Rummel in die normale Welt zurückzukehren. Seine Erfahrungen mit der Band hat er jetzt zusammen mit dem Autor Christof Dörr in einem Buch festgehalten.

1983 gründet Klube mit Sänger Zimbl und Gitarrist Armin Beck The Bates. Ihr großes Ziel: Stars werden. Sie fahren im Schweinetransporter von Papa zu ihren ersten Konzerten. Anfang der 1990er-Jahre geht der große Traum in Erfüllung: ein Vertrag bei der Plattenfirma Virgin Records. Es folgen Top-Ten-Hits. Storys in der Bravo. Konzerte vor 45.000 Fans. Geld, Groupies, zerstörte Hotelzimmer. Sie leben ihren Traum. 

Mit dem großen Plattenvertrag fließen auf einmal die Dollars. „Dann biste halt auf einer Betriebsparty bei Virgin und frisst Austern und nicht mehr wie vorher Currywurst. Wir waren ständig im Fernsehen. Wir haben eine Japan-Tournee gemacht. Wir haben in Los Angeles unser Video zu ,Billie Jean’ gedreht, auf dem Hollywood-Boulevard gewohnt. Das ganze Leben ist plötzlich ein anderes gewesen und das hat uns auch verändert.“

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Doch im Jahr 2000 ist plötzlich alles vorbei. Die Band trennt sich. Klube fällt in ein tiefes Loch. Das Geld ist alle. Er muss Pakete ausfahren. Dann stirbt Sänger Zimbl an Organversagen. „Das war so schrecklich für mich. Der Zimbl, das war ein ganz besonders wertvoller Mensch. So einen habe ich nie wieder getroffen.“

Seine Frau Suse hat ihn aus dem Loch herausgeholt. Sie hat ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, sein Leben zu ändern. „Ich bin mir sicher: ohne ihren Halt und ihre Liebe damals wäre ich auch den Bach runtergegangen.“ Heute ist Klube mit der Liebe seines Lebens verheiratet. Er arbeitet als Behindertenpfleger, lebt in einem kleinen Haus in Jestädt, hat einen Hund. Vom Punk ist nur noch wenig übrig. Er sagt: „Der Klube von früher hätte den heutigen als Spießer beschimpft.“

Der Kasseler Fernsehredakteur Christof Dörr kam im November vergangenen Jahres auf Frank Klubescheidt zu mit der Idee, ein Buch über The Bates zu verfassen. Klubescheidt ist der Einzige, der von Anfang bis zum Ende Teil der Band war. „Klube war gleich von meiner Idee begeistert“, erzählt Dörr. Danach hat er viele Interviews geführt und mittlerweile aufgeschrieben.  

Buch kann man vorbestellen

Noch ist das Buch nicht erschienen. Der Verleger will erst testen, wie groß die Nachfrage ist. Auf der Homepage www.schwarzkopf-verlag.net/bates kann man vorbestellen. Am Donnerstag, 9. August, lesen Klubescheidt und Dörr im Weinzelt des Open Flair. Beck und Möller spielen dazu Bates-Hits.

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