Unkraut wuchert auf Aschebahn auf dem Sportplatz in Jestädt

Dagegen ist kein Kraut gewachsen: Auf der Aschenbahn des TSV Jestädt wuchert das Unkraut. Christoph Klug, Vorsitzender des Sportvereins mit 400 Mitgliedern, weiß, dass dem Kraut mit der Harke allein nicht beizukommen ist. Foto:  Stefanie Salzmann

Jestädt. Der Sportplatz des TSV Jestädt liegt unter brütender Hitze, die riesige Rasenfläche ist trocken und weitestgehend verdorrt. Doch dort, wo eigentlich die rote Aschenbahn verläuft, blüht und wächst eine Pflanze, die auch Hitze gut verträgt: die Schafgarbe.

Sie hat die 100-Meter-Bahn weitestgehend überwuchert und die Laufpiste damit für den Sport unbrauchbar gemacht. Ein ähnliches Bild bietet die Aschenbahn des Sportplatzes in Schwebda.

„Wir haben jedes Jahr ehrenamtliche Arbeitseinsätze organisiert und Hunderte Stunden auf die Unkrautbeseitigung verwendet“, sagt der Vorsitzend des TSV Jestädt, Christoph Klug. „Dieses Jahr haben wir es gelassen – es ist eh für die Katz.“ Vier Wochen später sind Laufbahn, Weitsprunggrube und Kugelstoßbereich wieder grün.

„Auf lange Sicht können wir hier auch nicht mehr das Sportabzeichen anbieten.“

Christoph Klug

„Auf lange Sicht können wir hier auch nicht mehr das Sportabzeichen anbieten“, sagt Klug. Fatal, denn bei den Sportabzeichen lag der TSV Jestädt im Werra-Meißner-Kreis meist ganz weit vorn und belegte die vorderen Plätze. Auch die Handballer, die gerade in der Saisonvorbereitung sind, können die Bahn nicht für ihr Lauftraining nutzen.

Kommende Woche findet auf dem Jestädter Sportplatz ein Kinderfest statt. „Aber eigentlich muss man sich für den Zustand des Platzes schämen“, sagt Klug.

Seit die Gemeinde Meinhard sich selbst verpflichtet hat, auf das als gefährlich eingestufte Pflanzenschutzmittel Glyphosat innerhalb der eigenen Gemarkung zu verzichten, müssen die Sportvereine sich selbst kümmern und das Unkraut mit manuellen Methoden entfernen – sprich, sie müssen das Unkraut mit der Hand zupfen.

Kosten teilen

Abhilfe könnte hier, so Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill, nur ein Abflammgerät schaffen. Das kostet 12 000 Euro. „Das kann die Gemeinde nicht tragen“, sagt Brill. Deshalb hat er zunächst sämtliche Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis gefragt, ob man sich das Gerät gemeinsam anschaffen wolle. Fehlanzeige – alle haben abgewinkt.

Staatsminister soll helfen

Jetzt hat der Bürgermeister sich an Staatsminister Michael Roth gewandt, um Geld aus einem Sportförderprogramm des Landes zu bekommen. „Ich hoffe, dass der Staatsminister uns kurzfristig hilft“, sagt der Bürgermeister. Doch sein Optimismus hält sich in Grenzen. „Wenn wir die Hilfe erst 2019 bekommen, ist es zu spät.“

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