Verein will Waldheim Siechenborn aufgeben

Wanderheim Siechenborn 
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Tief im Wald: Das Wanderheim Siechenborn zwischen Grebendorf und Neuerode könnte bald zum Verkauf stehen. Die Vereinsmitglieder fühlen sich von der Bewirtschaftung überlastet.

Grebendorf – Das Waldheim Siechenborn, das sich zwischen Grebendorf und Neuerode mitten im Wald befindet, steht möglicherweise in Kürze zum Verkauf. Der Eigentümer, der Werratalverein Eschwege, will die Entscheidung, sich von dem Haus zu trennen, auf seiner Jahreshauptversammlung am 15. Februar treffen.

Privater Interessent

„Der Verein würde Siechenborn gerne loswerden“, bestätigt Geschäftsführer Franz Schüller auf Anfrage unserer Zeitung. „Wenn die Mitglieder jetzt zustimmen, werden wir das Haus verkaufen“, sagte er. Es gäbe bereits einen privaten Interessenten für die Immobilie.

Verein überaltert

Als Gründe nannte Schüller unter anderem, dass es immer schwerer werde, einen Hüttenwart zu finden. „Die Menschen in unserem Verein werden immer älter und bewältigen diese Aufgabe nicht mehr.“ Jüngere Leute würden das Haus Siechenborn oft gar nicht kennen. Bereits im Sommer vorigen Jahres hatte sich eine Initiative für das Haus interessiert, die dort einen Waldkindergarten einrichten wollte. Der Verein hätte das Haus damals schon gern vermietet.

30.000 Liter Löschwasser müssen vorgehalten werden

Nicht zuletzt scheiterte das Vorhaben daran, dass die neuen Nutzer aus Brandschutzgründen dort einen 30 000 Liter umfassenden Wassertank hätten installieren müssen. Der Verein selbst musste das bisher nicht, da er in dem Gebäude Bestandsschutz genießt. Ein neuer Eigentümer sei aber dazu verpflichtet.

Trink- und Nutzwasser aus Quelle

Das Wanderheim ist nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, sondern speist sich aus der dortigen Quelle und dem Brunnen. „Das Wasser hat immer gut gereicht, aber nach den vergangenen beiden Sommern ist es knapp geworden“, erzählt Schüller.

Der Werratalverein hatte in den 1940er-Jahren über einen 99 Jahre währenden Erbpachtvertrag das Grundstück gepachtet, der Vertrag läuft noch 20 Jahre. Das Gebäude selbst ist Eigentum des Vereins, der es auch baute – unter anderem stehen dort 18 Gästezimmer zur Verfügung, Duschen, Toiletten und Gemeinschaftsräume. Das Haus wurde immer wieder an befreundete Wandergruppen vermietet. „Wir selbst haben hier viele wunderbare Feste wie Silvester, Walpurgis, Ostern und Sommerfeste gefeiert“, erinnert sich Schüller. Derzeit werde eine Bewertung der Immobilie als Preisempfehlung für den Verein vorgenommen.

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