Umfassende Bauwerksuntersuchungen

Ab Montag gesperrt: Weiße Brücke bei Frieda wird unter die Lupe genommen

Glanzstück der Ingenieurskunst: Die Betonspannbrücke zwischen Frieda und Aue war eine der ersten ihrer Art in Deutschland. 1925 wurde sie freigegeben. Jetzt muss das denkmalgeschützte Bauwerk saniert werden.
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Glanzstück der Ingenieurskunst: Die Betonspannbrücke zwischen Frieda und Aue war eine der ersten ihrer Art in Deutschland. 1925 wurde sie freigegeben. Jetzt muss das denkmalgeschützte Bauwerk saniert werden.

Frieda – Die Eisenbetonbalkenbrücke über die Werra zwischen dem Meinharder Ortsteil Frieda und dem Wanfrieder Stadtteil Aue soll saniert werden.

Frieda - Deshalb soll ab kommenden Montag, 24. August, die sogenannte Mönchbergbrücke oder Weiße Brücke zunächst auf Herz und Nieren von einem Ingenieurbüro untersucht werden. Dafür wird die Verbindung zwischen Frieda und Aue für drei Tage gesperrt. Die Kosten allein für die Untersuchung belaufen sich auf etwa 75 000 Euro, so Joachim Schmidt von Hessen Mobil, das Federführung für das Projekt im Auftrag des Landkreises hat.

Die Bauarbeiten

Geplant ist, die Traglast der denkmalgeschützten Brücke, die derzeit nur über eine jeweils einseitige Ampelregelung befahrbar ist, von zwölf auf 16 Tonnen zu erhöhen. Neben der Erhöhung der Traglast sind diverse Schäden an der Übergangskonstruktion und den Widerlagern sowie Rostschäden an der Stahlbewehrung, Risse in der Beschichtung, Undichtigkeiten und Verwitterung zu beheben. „Die äußere Form des Bauwerkes wird aufgrund des Denkmalschutzes nicht verändert“, sagt Schmidt. Auch in Zukunft werde die Brücke nur einseitig befahrbar sein. Die Gesamtsanierung der Brücke wird derzeit mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Die Kosten trägt der Werra-Meißner-Kreis.

Die Geschichte

Die Mönchbergbrücke wurde am 31. Oktober 1925 für den Verkehr freigegeben. Gebaut wurde sie 1925 mit privaten Mitteln. Hauptfinanzier war der Auer Großlandwirt Kratzenberg, der auf der Aue‘schen Seite seinen Betrieb führte. Mit der Brücke war es ihm nun möglich, den Transportweg von Zuckerrüben zum Bahnanschluss in Frieda erheblich zu verkürzen.

Das Eschweger Bauunternehmen F. Saame hatte sie damals gebaut. Mit einer 31,5 Meter langen Spannweite zwischen den beiden Stützpfeilern war sie zu damaligen Zeiten eine konstruktionstechnische Glanzleistung. Sie ist eine der ersten Spannbetonbrücken in Deutschland überhaupt.

Um den Endsieg doch noch zu ermöglichen, wurde im Rahmen der allgemeinen Brückenunterbrechungen auch die Sprengung der Mönchbergbrücke durch deutsche Truppen 1945 in den letzten Kriegstagen durchgeführt. Da nur ein Stützpfeiler wieder aufgebaut werden musste, war sie auch bald unter der amerikanischen Verwaltung wieder reaktiviert.

In den 1990er-Jahren wurde eine Grundrenovierung der nun auch als Industriedenkmal eingestuften Brücke durchgeführt. Die denkmalgeschützte einspurige Brücke über die Werra ist nach 90-jähriger Betriebszeit abgängig und schon seit vielen Jahren auf eine maximale Belastung von zwölf Tonnen beschränkt.

Die Sanierung

Start der eigentlichen Sanierung ist laut Hessen Mobil für 2022 geplant.

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