Kein Platz für öffentlichen Müll

Zu viel Hausmüll und Kot: Meinhard hat alle öffentlichen Mülleimer abgebaut

„Wie jeder andere auch, haben Hundebesitzer ihren Müll in ihren eigenen Hausmülltonnen und nicht in öffentlichen Papierkörben zu entsorgen.
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„Wie jeder andere auch, haben Hundebesitzer ihren Müll in ihren eigenen Hausmülltonnen und nicht in öffentlichen Papierkörben zu entsorgen.

Auf Anordnung von Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill hat der Bauhof der Kommune in der vorigen Woche sämtliche öffentliche Mülleimer – insgesamt 103 Stück – in den Ortsteilen entfernen lassen.

Grebendorf – Dort, wo bisher an öffentlichen Plätzen, Bushaltestellen, Wanderparkplätzen und Radwegen die Abfallkörbe hingen, ragen nun deren vereinsamte Haltestangen in den Himmel.

„Ja, ich habe alle Mülleimer vom Bauhof abschrauben lassen“, bestätigt Brill, bei dem am Mittwoch die Telefone heißliefen. „Die Mülleimer quellen über, weil die Leute hier massenhaft ihren Hausmüll und vor allem die Tüten mit Hundekot entsorgen.“

Er selbst habe zu Beginn des neuen Jahres einen überquellenden Eimer geleert, in dem er Tortenplatten, Plastikbesteck und Kottüten fand. Weil die in die Jahre gekommenen Müllbehälter – zumeist aus Drahtgitter – sich meist nicht kippen lassen, hieß das für Brill reinfassen und rausholen.

Und eben dies müssen auch die Mitarbeiter des Bauhofes machen, die die Eimer einmal wöchentlich zu leeren haben.

Doch nicht nur die illegale Entsorgung von Hausmüll erbost den Verwaltungschef, sondern vor allem die Hundekottüten. „Wie jeder andere auch, haben Hundebesitzer ihren Müll in ihren eigenen Hausmülltonnen und nicht in öffentlichen Papierkörben zu entsorgen“, sagt Brill. Zumal die Tüten nicht witterrungsbeständig seien, regne es, lösen sie sich auf und der Hundekot verteilt sich.

Die Jestädterin Sabine M. (Name von der Redaktion geändert) hat allerdings in den vergangenen Tagen beobachtet, dass sich das Problem nun auf andere Weise verschärft. „Jetzt, wo die Leute die Kottüten nicht mehr wegwerfen können, benutzen sie keine mehr und lassen ihre Tiere die Bürgersteige verunreinigen“, berichtet die Hundebesitzerin, die täglich mit ihren Hund in Jestädt unterwegs ist.

Ärgerlich findet sie zudem, dass sie Müll, den sie bei ihren Spaziergängen in der Botanik aufsammelt, nun auch privat entsorgen soll. „Die fehlenden Mülleimer werden dazu führen, dass mehr Müll einfach in die Landschaft geworfen wird.“

Das Argument vieler Hundebesitzer, dass zu der von ihnen gezahlten Steuer auch eine Gegenleistung gehörte, lässt Brill so nicht gelten. „Die Hundesteuer wurde einst eingeführt, um die Anzahl der Hunde innerhalb einer Kommune gering zu halten“, sagt er. In der 4500 Einwohner zählenden Gemeinde sind immerhin fast 500 Hunde gemeldet.

Die Papierkörbe sollen nun erst mal repariert werden. Ob sie wieder angebracht werden, soll im Gemeindevorstand entschieden werden. Ebenso, wie Brill ankündigte, ob für die Kottüten eine separate Entsorgungsmöglichkeit geschaffen werden kann.

Von Stefanie Salzmann

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