VERGANGENHEIT HEUTE (2)

Zum Anfassen: Heimatmuseum Meinhard zeigt das Leben der Vorfahren

Ein Mann an einem historischen Telefon.
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Im Heimatmuseum Meinhard ist eine große Sammlung zur vergangenen Kultur unserer Region, unter anderem die Sonderausstellung Historische Fernsprechapparate untergebracht. Hans Giller (links) zeigt wie die Telefone bedient wurden. Das Museum befindet sich am Lindenanger in Schwebda.

In unserer Serie „Vergangenheit Heute“ schauen wir nun in das Heimatmuseum Meinhard.

Meinhard – Das Heimatmuseum Meinhard in Schwebda ist ein Museum zum Anfassen für Groß und Klein. Auf zwei Etagen in sechs Räumen gibt es zahlreiche Ausstellungsstücke die zeigen, wie unsere Vorfahren im 20. Jahrhundert lebten.

Geschichte

Der Malermeister Albert Heuckeroth begann 1945 auf seinem Grundstück ein Heimatmuseum aufzubauen. Er sammelte Dinge des täglichen Bedarfs, handwerk- und landwirtschaftliche Geräte und schriftliche Unterlagen. Die Exponate wurden in seiner Scheune präsentiert, dort jedoch beschädigt.

Um das Museumsgut zu sichern, überging das Museum in das Eigentum der Gemeinde Meinhard, unter dem Namen Stiftung Albert Heuckeroth. Heute befindet sich das Museum am Lindenanger im ehemaligen Fruchtboden über der Beschlagschmiede in Schwebda.

Die Sammlung wurde durch Spenden, Ankäufe und Leihgaben erweitert und das Museum öffnete in 1989.

Museum heute

Heute ist Hans Giller der Leiter des Heimatmuseums und führt Kinder und Erwachsene durch die Zeit ihrer Vorfahren. Die Austellungsstücke sind hauptsächlich aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, es gibt aber auch viele Errungenschaften außerhalb dieser Zeit. Des Weiteren beherbergt das Museum ein großes Archiv mit Unterlagen und Fotos. Das Heimatmuseum befindet sich zwar in Schwebda, steht aber für alle sieben Ortsteile Meinhards.

Bei Führungen darf in der alten Schreinerwerkstatt geschnitzt werden.

Rundgang

Der Rundgang beginnt mit der alten Kirchturmuhr und führt die Besucher weiter zu einer alten Küche und einem Klassenzimmer, voll mit Utensilien des Alltags.

Den Alltag eines Schreiners können Kinder hautnah erleben: In der aufgebauten Schreinerwerkstatt dürfen sie das alte Werkzeug benutzen, um Weidenstöcke zu schälen. Ein außergewöhnliches Exponat ist sicherlich der versteinerte Mammutzahn, der 1977 im Werratalsee gefunden wurde. „Davon sind die Kinder am meisten fasziniert“, berichtet Giller und hebt ein kleines Stück des Stoßzahns hoch. Das große Zahnstück können nur zwei Personen tragen.

In der zweiten Etage gibt es allerhand über das Leben der Landwirte zu erfahren. Der Weg führt zu einer Reihe von verzierten Dachziegeln. Hans Giller kennt auch ihre Geschichte: Die Ziegeln, auch Feierabendziegeln genannt, sind die letzten produzierten Exemplare eines Tages und wurden kunstvoll verziert.

Die Sonderausstellung zu historischen Fernsprechapparaten bietet ein interaktives Erlebnis. Hier wurde eine funktionsfähige Fernmeldestrecke installiert. Das heißt, die Besucher können Telefone benutzen und sich gegenseitig anrufen. Das älteste Telefon ist von 1904, darunter reihen sich bunte Telefone aus den Fünfzigern und Sechzigern, einige noch mit Wählscheibe, andere schon mit Tasten. Auch ein modernes Klapphandy versteckt sich unter den Apparaten.

Das Heimatmuseum in Meinhard

In einem weiteren Zimmer sind Zäune, Schilder und Flaggen zu sehen, die bis 1989 gar nicht so weit von dem Museum entfernt, die Grenze zur ehemaligen DDR markierten. Im sogenannten Grenzzimmer erzählt Hans Giller vor allem den Kindern als Zeitzeuge von der DDR und der Grenzöffnung. Gerade zum dreißigsten Jahrestag der Wiedervereinigung findet Giller das Thema besonders wichtig.

Besichtigungstermine

Dieses Jahr wird das Heimatmuseum aufgrund der Corona-Krise nur noch ein Mal im Oktober seine Türen öffnen. Nächstes Jahr soll es aber weitergehen und Besucher, Kindergartengruppen und Schulklassen können wieder regalmäßig die Exponate betrachten und den spannenden Hintergrundinformationen von Hans Giller lauschen. (Von Anna Schellhase)

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