Leben, Sterben und Trösten

Abterode: Hospiz macht Schule - Projektwoche mit Drittklässlern

Den Tod greifbar machen: Die Drittklässler der Frau-Holle-Schule in Abterode bemalen Steine mit Botschaften während der Projektwoche.
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Den Tod greifbar machen: Die Drittklässler der Frau-Holle-Schule in Abterode bemalen Steine mit Botschaften während der Projektwoche.

An der Frau-Holle-Schule in Abterode (Gemeinde Meißner) haben sich die Drittklässler zum Ende des Schuljahres mit einem ganz besonders schwierigen Thema auseinandergesetzt: dem Tod.

Abterode – Es klingelt zur Stunde, die Pause ist zu Ende. Augenblicklich rennen alle Kinder und allen voran die Klasse 3 der Frau-Holle-Schule in Abterode in ihren Klassenraum. Für die Drittklässler ist diese Woche eine ganz besondere, denn der Hospizdienst Freunde und Förderer der Diakonie veranstaltet mit den Schülern eine Projektwoche unter dem Namen „Hospiz macht Schule“.

Das Team aus Ehrenamtlichen um Bärbel Meyer möchte mit den Kindern in die Tiefe gehen und sie an Themen wie Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Tod und Sterben sowie Trost und Trösten heranführen. „Unser Ziel ist, dass die Kinder lernen, mit solchen Themen umzugehen“, fasst Meyer zusammen. Es sei wichtig, den Kindern beizubringen, dass Leben und Sterben unmittelbar miteinander verbunden sind. Dabei werden die Themenschwerpunkte altersangemessen mit Geschichten, Bilderbüchern oder Filmen erklärt. Das sei gerade mit jungen Kindern gut, da ältere schon wieder anders über das Thema nachdenken würden.

„Ich war neugierig auf das Thema, das sonst totgeschwiegen wird. Es war ganz spannend zu sehen, was mit der Klasse passiert, wenn man über so etwas spricht“, sagt Klassenlehrerin Carola Lorenz. Im Rahmen dieser Projektwoche besuchten bereits ein Arzt und ein Bestatter die Schule, die die Kinder mit Fragen wie „Wie viele Krankheiten gibt es?“ oder „Kann man auch Witze auf einen Grabstein schreiben?“ löchern konnten.

„Die Kinder sind viel offener und ehrlicher als wir“, stellen Bärbel Meyer und ihre Kolleginnen fest. Schon in dieser kurzen Zeit konnte Lorenz beobachten, dass das Thema die Klasse beschäftigt und sie auch verändert hat. „Die meisten Großen trauen den Kindern oft nichts zu, aber mit dieser Klasse ist viel passiert.“ Die Kinder seien nicht scheu gewesen, tiefe Einblicke in ihre Gefühle und Gedanken zu geben und stärkten ihren Zusammenhalt untereinander. „Es ist nicht so schön darüber zu reden, aber es tut auch gut und es geht einem besser damit“, erzählt die Schülerin Paula.

Zum Ende der Stunde singen alle Schüler ein Lied und tanzen den „Lasten-Tanz“, damit alle Lasten von ihnen abfallen können. Anschließend war noch etwas Zeit, sodass die Kinder Steine mit Botschaften bemalen konnten. Schülerin Emma zeigt ihren Stein, auf den sie ganz viele Herzchen gemalt hat. Den möchte sie ihrer Oma schenken. „Ihr geht es gerade nicht gut und ich hoffe, sie freut sich darüber.“

Von Anna Schellhase

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