100 Krippen bis dato gebaut

Aus Apfelbaum wird Krippe: Germeröder baut seit 20 Jahren Weihnachtsdekoration

Hobby-Werkstatt im Keller: Lothar Kistner (72) aus Meißner-Germerode an seinem Arbeitsplatz.
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Hobby-Werkstatt im Keller: Lothar Kistner (72) aus Meißner-Germerode an seinem Arbeitsplatz.

Der Grundstein wurde in der Schulzeit gelegt. „Im Werkraum durften wir die tollsten Sachen basteln“, erzählt Lothar Kistner. Sein liebster Werkstoff war schon damals Holz. Das ist bis heute geblieben.

Germerode - Inzwischen baut der 72-Jährige seit knapp 20 Jahren Weihnachtskrippen. Alte Kirchenbänke, Äste von Apfelbäumen und sogar vom Kaffeebaum nutzt der Rentner dafür.

Im Keller hat Kistner eine kleine Werkstatt eingerichtet, die er für sein Hobby nutzt. Die wichtigsten Werkzeuge und das Material liegen immer griffbereit. Bis zu 600 Stunden verbringt der ehemalige Leiter des Betriebshofes Weidenhausen an der Arbeitsplatte. „Ich bin ein richtiges Kellerkind“, sagt er augenzwinkernd. Für den Bau einer Krippe braucht er etwa 50 Stunden. „Da ist dann aber noch nicht die Suche nach Material im Gelände eingerechnet“, ergänzt er.

Kistner sichtet das Baumaterial überall

Es gibt kaum einen Ausflug im Freien, bei dem der 72-Jährige mit leeren Händen zurückkommt. „Sehe ich einen schönen Stein, dann bücke ich mich.“ Eine Tasche nimmt er aber nicht extra mit, wenn er das Haus verlässt. Dafür macht er sich aber auch gerne noch ein zweites Mal auf den Weg, um einen interessanten Fund einzusammeln.

Das Baumaterial sichtet Kistner aber nicht nur in und um Germerode. Im Kurpark von Bad Orb (Main-Kinzig-Kreis) stieß der Germeröder auf Eicheln, die nun seine Krippen als Schale zieren. „So große haben wir hier gar nicht“, erzählt er.

Sogar Steine vom Nordkap hat der Vater von zwei erwachsenen Kindern in seinen Krippen verarbeitet. Auf sein ungewöhnlichstes Material wurde er im Bayrischen Wald aufmerksam. Bei einer Firma entdeckte Kistner einen Ast vom Kaffeebaum. „Man muss nur lange genug mit den Leuten reden, dann kommt man auch an Holz vom Kaffeebaum aus Bolivien“, erzählt der 72-Jährige lachend.

Sogar Treibholz wird verwendet

Sogar seine Enkel versorgen ihn mit Baumaterial. Etwa mit Treibholz, das sie im Urlaub sammeln, erzählt der Rentner. Eine Bestellung haben sie im Gegenzug aber auch schon beim Großvater aufgegeben. Seine erste selbst gebaute Krippe steht inzwischen bei einem seiner Kinder.

Der Lagerraum für die Krippen hat einen festen Platz.

„Zwei Jahre habe ich mir eine Krippe angeschaut, die meine Frau und ich in Südtirol gekauft haben“, erinnert sich Kistner an die Anfangszeit seines Hobbys. „Irgendwann dachte ich, das kannst du besser.“ Figuren aus Keramin gießt der 72-Jährige ebenfalls selbst für jedes seiner Werke.

100 Krippen, unzählige Sägeblätter, Cuttermesser-Klingen und Leimflaschen später baut Lothar Kistner immer noch begeistert die Weihnachtdekoration.

Als Lagerfläche dient ein eigens dafür freigeräumtes Regal im Vorratsraum. Doch weil auch da der Platz begrenzt ist, fing Kistner irgendwann an, die fertigen Krippen gegen einen Abschlag zu verkaufen. Es decke zwar nicht die Kosten, aber dafür sei es eben ein Hobby.

Auch auf Märkten und bei Ausstellungen ist er seit knapp zwölf Jahren mit seinen Krippen zu finden. Im November ist angedacht, dass er mit seinen Werken in Grebendorf steht. Aktuell sei das natürlich schwer planbar. (Hanna Maiterth)

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