Bergbau hautnah: Grube Gustav startet Dienstag in die neue Saison

Starre Kumpels: Wie der Bergbau in Abterode früher aussah, wird in der Grube Gustav mit Puppen dargestellt. Foto:  Kopietz/Archiv

Abterode. Wie sehr der Bergbau die Region früher veränderte, verrät ein Gang durch die Grube Gustav bei Abterode. Die hat ab Dienstag, 15. März, wieder geöffnet und startet in die neue Saison.

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Abterode. Gut 500 Jahre ist sie alt, die Geschichte des Bergbaus im Meißnervorland. Belegt wird das durch eine Urkunde aus dem Jahr 1499, in der die bergbaulichen Aktivitäten nachgewiesen worden sind - und von diesem Zeitpunkt an bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts das Leben vieler Menschen aus der Region prägte.

In dem für die Besucher geöffneten Stollen, der 260 Meter lang ist und in Richtung Wellingerode geht (drei der vier anderen stehen unter Wasser, einer halb) eröffnet sich ein Einblick in eine in dieser Region längst nicht mehr existierenden Welt: Lebensgroße Puppen visualisieren, dass ein Abbau des Kupferschiefers nicht komfortabel im Sitzen oder Stehen erfolgen konnte, sondern mühselig in gebückter Haltung oder im Liegen. Elektrisches Licht gab es noch nicht, Öllampen spendeten die nötige Helligkeit.

„Wegen der unbequemen Arbeit sind auch schon früh Jungen eingesetzt worden, weil die noch nicht so groß waren und besser in die Stollen passten“, erklärt Karlheinz Giesen, der in der Grube Führungen anbietet. Alt wurden die Arbeiter, die an einer schiefen Haltung litten, aber nicht: Die meisten starben an einer Staublunge, sodass sie das 30. Lebensjahr kaum erreichten, weiß Peter Ströhlein, der ebenfalls Besucher durch die engen Gänge innerhalb des Bergwerks führt.

Gefördert wurde in der Grube nicht nur Kupferschiefer: Als dessen Abbau um 1850 eingestellt wurde, förderte man knapp 80 Jahre später Schwerspat - bis 1968. 1957 ereignete sich hier ein schweres Grubenunglück.

Eintritt und Öffnungszeiten

Wer sich das Bergwerk ansehen möchte, sollte eine warme Jacke mitbringen: In dem Stollen ist es nie wärmer als zehn Grad. Der Eintritt für Erwachsene kostet sechs Euro, Kinder zahlen zwei weniger. Findet sich eine Gruppe ab 15 Personen, reduziert sich der Eintrittspreis um jeweils 50 Cent. Eine Führung dauert jeweils eine Stunde, die Öffnungszeiten sind täglich – außer montags – vom 15. März bis zum 31. Oktober von 13 bis 16 Uhr. (cow)
• Kontakt: 0 56 57/7500 oder 0 56 57/5 37 19 94

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