Kirchspiel hat nun zwei halbe Pfarrer

Einführungsgottesdienst von Schulze und Panke in Frankershausen

Einführungsgottesdienst: Heide Michaela Panke (Mitte) und Jan-Peter Schulze (rechts) in Frankershausen, hier mit Dekan Dr. Martin Arnold (links). Foto: Weber

Frankershausen. Das Kirchspiel Frankershausen hat seine Pfarrstelle wieder besetzt. Angetreten sind am Sonntag dabei gleich zwei Pfarrer: Jan-Peter Schulze und Heide Michaela Panke. 

Dass sich in einem Kirchspiel zwei Pfarrer, die nicht miteinander verheiratet sind, eine Stelle teilen, sei vor 20 Jahren noch nicht denkbar gewesen. Dekan Dr. Martin Arnold machte in seiner Ansprach zum Einführungsgottesdienst der Pfarrer Jan-Peter Schulze aus Germerode und Heide Michaela Panke aus Reichensachsen im Kirchspiel Frankershausen am Sonntag deutlich, vor welchen Herausforderungen der Kirchenkreis Eschwege steht.

Die neue Realität wird freilich aus der Not geboren. Die evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck muss sich dem Rückgang ihrer Mitgliederzahlen anpassen. Das bedeutet auf der praktischen Ebene: Aufgaben anders verteilen, mehr zusammenarbeiten, neue Wege gehen. Deshalb hat das Kirchspiel Frankershausen nun zwei halbe Pfarrer. 

Das mag ein merkwürdiger Umstand sein, doch sowohl der Dekan als auch die beiden Pfarrer wollen eine Tugend daraus machen. „Manches geht in Zukunft eben nur noch gemeinsam“, sagte Dekan Dr. Martin Arnold. „Aber gemeinsam geht auch alles besser als allein.“ Paulus habe schon gesagt, die Kirche sei ein Leib mit vielen Gliedern.

Auf welche banalen Hindernisse man dabei allerdings stoßen kann, zeigte ein kleines Detail: Da es in Frankershausen keine Kanzel für zwei Personen gibt, mussten die Pfarrer sich in der Predigt abwechseln. In den unterschiedlichen Bereichen ihres Amts wollen sie die Aufgaben untereinander aufteilen, etwa in der Geschäftsführung, der Öffentlichkeitsarbeit oder dem Konfirmandenunterricht. „Miteinander zu reden und sich gegenseitig wertzuschätzen  ist mir wichtig“, sagte Jan-Peter Schulze. „Aber über mache Dinge muss man auch miteinander ringen.“

Die christliche Gemeinde sei ohnehin ein wanderndes Volk, und das Unterwegssein sei kein bequemes Leben, sagte er und spielte damit auf den neuen Weg an, den sie in Frankershausen einschlagen müssen. Aber es lohne sich, etwas Neues auszuprobieren. „Keiner kommt zu kurz!“, versprach Heide Michaela Panke. 

Dass die Gläubigen in den Dörfern zusammenrücken müssen, habe auch positive Auswirkungen. So seien bei gemeinsamen Kirchspielgottesdiensten die Kirchen voller als bei Einzelgottesdiensten im jedem Gotteshaus und das Gefühl einer echten Gemeinschaft entstehe wieder. 

Zum Kirchspiel Frankershausen gehören auch die Kirchen in Frankenhain, Hitzerode und Wolfterode. Drei Chöre sangen zum Festgottesdienst: der Regenbogenchor, der Projektchor und der Männergesangverein. An der Orgel saß Gustav Hildebrandt.

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