Frankershäuser Harry Träger ist tot

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Frankershausen. Der Frankershäuser Harry Träger ist tot. Er starb am Sonntag 90-jährig in seinem Haus; sein Name war untrennbar mit dem Bergbau in der Region verbunden.

Denn in diesem hat Träger, der einen Sohn hinterlässt, nicht nur eine Arbeit gefunden, sondern eine Leidenschaft, die bis zu seinem letzten Tag anhielt: Trotz schwindenden Augenlichts zögerte der Senior niemals eine Sekunde lang, wenn er ein passendes Buch zur Erklärung eines Sachverhaltes aus seinem schier unermesslich scheinendem Fundus an Literatur zum Bergbau herausholte und fast auswendig sagen konnte, welche Seite aufgeschlagen werden musste. Denn, da war sich Träger sicher, jeder sollte etwas von den Bergen verstehen; von dessen Geologie und dem Einfluss auf unser heutiges Leben. Mit viel Geduld und auch ein bisschen Nachsicht tauchte er deshalb ein ums andere Mal mit Fachfremden in seine Welt ein.

Mit Trägers Tod geht über diese Welt nun viel Wissen verloren, obgleich die Geschichte des Bergbaus dank ihm an vielen Stellen des Hohen Meißners sichtbar ist: Mit zähem Willen und viel Durchhaltevermögen hat er dafür gesorgt, dass die Stolleneingänge wieder freigelegt und einige für die Besucher zugänglich gemacht wurden; hat mit dem Knappenpfad einen Wanderweg installiert, der sich mit dem historischen Hintergrund der Untertagearbeiter beschäftigt; und mit dem Holzrelief am Parkplatz Schwalbenthal ein überdeutliches Mal als Erinnerung an die Bergmänner schaffen lassen.

Ginge es nach dem Willen Trägers, müsste es noch viel mehr solcher Dokumente der Geschichte des Hohen Meißners geben. Bei jeder Gelegenheit wies der Senior – der sich gerne in seine Gartenhütte voller Unterlagen zurückzog, wenn er mal nachdenken wollte – daraufhin, dass ihm die Arbeit des Naturparks viel zu touristisch sei, wenngleich er die dort agierenden Menschen sehr schätze.

Von wie vielen Menschen er selbst respektiert und geachtet wurde, war Träger wohl gar nicht bewusst. Sein unendliches Wissen über den Bergbau wird vor allem in der Fachwelt fehlen; sein auch noch im hohen Alter oftmals verschmitztes Lächeln, seine ehrliche Freude über Besuch und seine locker über die Lippen gehenden Sprüche in seinem privaten Umfeld.

• Ein Termin für die Trauerfeier und die Beisetzung steht noch nicht fest.

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