Frist für Dreschschuppen verlängert: Gemeindevertreter Berkatals diskutieren intensiv 

Erregt die Gemüter: der alte Dreschschuppen Frankenhain. Die Gemeinde möchte diesen loswerden, einige der örtlichen Vereine wollen ihn übernehmen – haben aber eine erste Frist bereits verstreichen lassen. Nun gibt es eine neue. Foto: Wüstefeld

Frankershausen. Eigentlich, sagte Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze am Dienstagabend während der Gemeindevertretersitzung, habe er wahrlich dringendere Dinge zu erledigen, als sich permanent mit dem alten Dreschschuppen in Frankenhain zu beschäftigen.

Leider aber gebe es trotz Ankündigung noch immer keinen Förderverein, der als Vertragspartner für einen Erbrecht-Vertrag nötig sei, damit die Gemeinde als bisheriger Eigentümer keine Verantwortung mehr tragen müsse für den baufälligen Schuppen – obwohl die dafür gesetzte Frist schon längst verstrichen sei. „Darüber bin ich ehrlich gesagt verärgert.“

Die Ausgangssituation

Weil die Gemeinde für den leer stehenden Schuppen keine Verwendung mehr findet, wurde vor einem Jahr in der Gemeindevertretersitzung folgender Beschluss gefasst: Die Frankenhainer Vereine sollten sich bis zum 30. Juni dieses Jahres überlegen, ob sie den Schuppen übernehmen möchten, bis Ende September hätten sich dann weitere Interessierte melden können. Andernfalls käme es zum Abriss.

Die derzeitige Lage

Weder die Vereine noch andere Interessenten haben mit einem offiziellen Schriftstück ihr Interesse an dem baufälligen Schuppen bekundet, die Fristen sind somit verstrichen – wenn auch fünf der örtlichen Vereine (die Feuerwehr, der Männergesangverein, die Jagdgenossen, der Vdk und der Turnverein) in einer Ortsbeiratssitzung schriftlich festgehalten haben, dass sie das Gebäude übernehmen möchten. „Darüber hinaus ist aber nichts passiert, obwohl wir jegliche Vorbereitung getroffen haben, die man sich nur vorstellen kann und schon kulant mit der Verstreichung der Frist umgegangen sind“, sagte Lenze. „Wir brauchen aber einen Vertragspartner, damit dieses Thema endlich vom Tisch ist.“

Die Diskussion

Klare Worte fand sodann auch SPD-Mitglied Wilfried Speck: Er stellte den Antrag, dass der Beschluss aus dem vergangenen Jahr umgesetzt und der Schuppen somit unverzüglich abgerissen wird. Dem stimmte auch sein Parteikollege Michael Putschkow zu: „Warum ist noch immer kein Förderverein gegründet worden? Ohne den kann gar nicht verhandelt werden.“

Ganz so hart wollten weder Matthias Dix (CDU) noch Thomas Schill (FWG) mit den interessierten Frankenhainer Vereinen ins Gericht gehen: Beide hätten von Irritationen über den Inhalt des Erbrecht-Vertrages gehört, weswegen die Vereinsvorsitzenden noch keine weiteren Schritte unternommen hätten. Diese sollten nun rasch geklärt und den Vereinen noch einmal eine Chance gegeben werden.

Die Entscheidung

Beide fanden mit ihrem Ansinnen eine knappe Mehrheit gegenüber dem Abriss-Antrag von Speck. Vertreter der örtlichen Vereine müssen sich laut dem am Dienstagabend getroffenen Beschluss nun während der nächsten Gemeindevorstands-Sitzung mit dessen Mitgliedern zusammensetzen, um sich über den Erbrecht-Vertrag einig zu werden. Sollte das gelingen, bleibt den Vereinen in einem nächsten Schritt bis zum 30. April des nächsten Jahres Zeit, den Schuppen tatsächlich zu übernehmen – andernfalls wird der sofort abgerissen. Dann aber wirklich.

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