Berkatal bangt um Sicherheit der Radfahrer im Höllental

Unmut hat bei der Gemeindevertretung Berkatal der Zwischenbericht von Bürgermeister Friedel Lenze (SPD) zum Sachstand für die Anbindung ans Radwegenetz des Kreises ausgelöst.

„Ich habe da kein Verständnis für. Muss es denn erst Tote geben, bis die Leute aufwachen?“, fragte Manfred Zindel (ÜWG). Denn alle Anstrengungen des Parlaments, Radfahrer sicher durchs Höllental zu führen, sind abgeblockt worden.

„Hier wird der Beschluss einer Gemeindevertretung ignoriert. Ich will auch nicht irgendein Verkehrsschild als Absicherung, sondern einen Radweg“, schimpfte Zindel. Auch Bürgermeister Friedel Lenze gab zu Protokoll, dass die Lage für ihn frustrierend sei, habe er doch im Jahr 2019 unzählige Stunden in das Vorhaben investiert.

Angedacht waren kurzfristig etwa eine Signalanlage, die Fahrradfahrer bei Bedarf betätigen, Beschilderungen oder Straßenmarkierungen. Denn dass ein Fahrradweg als Anbindung bis zu dem bei Albungen durch eben das Höllental so schnell nicht kommen wird, war den Gemeindevertreten längst klar.

Doch nicht mal die wird es geben. Die Untere Verkehrsbehörde des Werra-Meißner-Kreises hat Bürgermeister Friedel Lenze dazu abgesagt und sich auf die Straßenverkehrsordnung berufen. Das Zeichen sei nur dort anzuordnen, „wo Radverkehr außerhalb von Kreuzungen oder Einmündungen die Fahrbahn quert oder auf sie geführt wird und dies für den Kraftfahrzeugverkehr nicht ohne Weiteres erkennbar ist.“ Die Behörde teilte Lenze des Weiteren schriftlich mit, dass eine Markierung von Radfahrer- und Schutzstreifen nicht möglich sei. Das wäre nur bei Straßen mit entsprechenden Flächenreserven wie zum Beispiel Mehrzweckstreifen sinnvoll. Auf der kurvenreichen, engen und unübersichtlichen Strecke im Höllental ist das demnach nicht machbar. Ferner seien bei der Polizei keine Unfälle mit Fahrrädern oder Pedelecs zwischen Frankenhain und der B 27 gemeldet worden, erklärte die Untere Verkehrsbehörde weiterhin. „Deshalb ist auch aus verkehrspolizeilicher Sicht keine Notwendigkeit zur Einrichtung des Radwegs oder Schutzstreifens gegeben.“

Friedel Lenze hört von Behörden auch häufig, dass ein Fahrradweg durchs Höllental ohnehin nur schwer realisierbar sei – wegen der topografischen Bedingungen. „Immer wird uns nur gesagt, was alles nicht geht. Das kann es nicht sein“, sagte Manfred Zindel. CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Dix schlug angesichts der schier ausweglosen Lage und der Sorge um die Sicherheit der Fahrradfahrer vor, „einfach mal ein Schild aufzustellen und zu schauen, was passiert“.

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