Raritäten aus der ganzen Welt

Heimatmuseum Berkatal eröffnet neue Dauerausstellung mit Gesteinen und Mineralien

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Über 3000 Steine und Mineralien werden in der neuen Dauerausstellung des Heimatmuseums Berkatal zu sehen sein. Bis sie eröffnet, haben Burkfried Haferung und Erika Mildner noch alle Hände voll zu tun. 

Frankershausen – Das Heimatmuseum Berkatal würdigt die Bedeutung des Bergbaus für die Gemeinde nun in einer neuen Dauerausstellung mit dem Schwerpunkt Gesteine und Mineralien.

Die neue Ausstellung wird aktuell vom Museumsverein vorbereitet und wird erstmals am Internationalen Museumstag am 19. Mai zu sehen sein. Die Exponate stammen allesamt aus der privaten Sammlung des Frankershäusers Harry Träger, ehemaliger Leiter des Kohlebergbaus Meißner. „Nach seinem Tod haben wir seine Schätze bekommen“, sagt Erika Mildner, die das Heimatmuseum Berkatal 27 Jahre geleitet hat. Nun werden die Exponate erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Möglich wird dies dadurch, dass das Heimatmuseum von der Gemeinde zusätzliche Räumlichkeiten über dem Lädchen in Frankershausen bekommen hat.

Sinter entsteht durch eine allmähliche mineralische Ablagerung. Das Heimatmuseum zeigt unter anderem diesen roten Kalksinter, der in Adorf gefunden wurde.

Über 3000 Exponate werden dort zu sehen sein. „Darunter sind echte Raritäten: Bergkristalle, versteinertes Holz und Ammoniten“, erläutert Museumsleiter Burkfried Haferung. Die Funde stammen sowohl aus der näheren Umgebung, zum Beispiel der Grube Gustav, aber auch aus den Alpenländern und der ganzen Welt.

Neue Ausstellung wird 2020 komplett fertig

Präsentiert werden die Stücke in zwei Ausstellungsräumen: Der Gesteinsraum wird bis zum Internationalen Museumstag fertig. Der Bergwerksraum, in dem außerdem alte Karten aus einer weiteren Haushaltsauflösung präsentiert werden, soll 2020 für Besucher zugänglich sein.

Das ursprüngliche Heimatmuseum im Gebäude der Gemeindeverwaltung, in dem handwerkliche und landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände ausgestellt werden, bleibt natürlich weiterhin bestehen. Dort steht auch der ganze Stolz von Burkfried Haferung, eine Entsteinmaschine für Kirschen „Die war bei allen Bäckereien des Kreises im Einsatz, bis sie schließlich zu unserem örtlichen Bäcker kam, der sie uns dann vermacht hat“, erläutert der Museumsleiter. Doch die Maschine ist nur eines der Schätze, die am Internationalen Museumstag besichtigt werden können – wenn Erika Mildner und Burkfried Haferung die Besucher erstmals durch beide Museumsteile führen.

Verkieseltes Holz, wie es in der Region oft zu finden ist, kann ebenfalls in der neuen Ausstellung bewundert werden.

Service:Besichtigt werden kann die neue Ausstellung am 19. Mai von 10 bis 17 Uhr. Führungen, auch durch die anderen Ausstellungsräume, können jederzeit telefonisch vereinbart werden unter 0 56 57/79 08 26 oder 0 56 57/9 89 10. 

Bergbaufachmann wird noch gesucht

Neben den Gesteinen und Mineralen hat Harry Träger dem Heimatmuseum sein Bergbau-Archiv vermacht. Um das Archivmaterial sichten und einordnen zu können, sucht der Verein noch einen Fachmann, der sich mit Bergbau im Werra-Meißner-Kreis auskennt. „Er soll uns helfen, die Ordner zum Leben zu erwecken“, sagt Burkfried Haferung. Wer Interesse hat, kann sich bei dem Museumsleiter unter Tel. 0 56 57/ 79 08 26 melden.

Schon vor zwei Jahren hat das Heimatmuseum Berkatal den Internationalen Museumstag für denBeginn einer Sonderausstellung genutzt.

Personalie: Burkfried Haferung folgt auf Erika Mildner

Neben der neuen Dauerausstellung und den neuen Räumlichkeiten gibt es eine weitere Neuerung im Heimatmuseum Berkatal: Nach 27 Jahren als Museumsleiterin hat Erika Mildner den Posten an Burkfried Haferung weitergegeben. Der 75-Jährige wurde auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Museumsvereins gewählt.

 „Nun ist mal gut“, sagt Erika Mildner, die in diesem Jahr ihren 85. Geburtstag feiert. Ihre Leidenschaft für Museen entfacht hatte einst ihre Mutter – als diese mit der damals Fünfjährigen das Deutsche Museum in München besucht hat. Geboren wurde Erika Mildner in Düsseldorf, aufgewachsen ist sie in Augsburg. Über Hamburg und Darmstadt kam die gelernte Krankenschwester schließlich 1962 der Liebe wegen nach Frankershausen, wo sie dem Museumsverein beitrat. 1992 übernahm sie die Museumsleitung von dessen Gründer, dem Dorflehrer Hotzler. 

Ihr Nachfolger, Burkfried Haferung, gehört dem Museumsverein seit 2005 an. Auch er stammt nicht aus der Region, sondern aus Berlin. Nach Frankershausen kam er, weil seine Frau sich einst in das Dorf verliebt hat. Zum Heimatmuseum Berkatal fand der 75-Jährige durch seine Vorliebe für Geschichte und Geschichten. Diese erklärt sich der gelernte Programmierer durch seinen Beruf: „Wenn man mit Technik zu tun hat, entwickelt man einen Hang zu Altem – zu Dingen aus der Zeit, als die Welt noch einfach war“, sagt Haferung. 

Trotz des Rückzugs von der Spitze will Erika Mildner dem Museumsverein Berkatal erhalten bleiben – und ihr Wissen an ihren Nachfolger weitergeben. Deshalb bereiten die beiden die neue Dauerausstellung gemeinsam mit den anderen sechs aktiven Vereinsmitgliedern vor.

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