Gastspiel in der Kneipe Öx in Frankershausen

Kabarettistin Anny Hartmann gibt Rückblick inrasantem Tempo

Kabarett im Öx: Anny Hartmann unterhielt das Frankershäuser Publikum aufs Beste. Foto: Berg

Frankershausen. „Schwamm drüber? Das (Aller)letzte zum Schluss!“ hieß es am Samstagabend in Frankershausen: Die Kulturinitiative Hängnichrum eröffnete das neue Jahr mit einem humorvollen Rückblick auf das vergangene Jahr.

Kabarettistin Anny Hartmann füllte das Öx bis auf den letzten Platz und einige Gäste standen sogar an der Theke, um ihrem Programm begeistert zu lauschen. Mit ihrer sympathischen Art und Weise schaffte sie es, dass man sich wieder an viele Dinge aus dem Jahr 2017 erinnerte. „2018 war schon so viel los, dass man vieles aus 2017 schon vergessen hat, auch die eigenen Vorsätze“, eröffnete Anny Hartmann den Abend. 

Über Donald Trump wolle sie nur einen Witz machen, denn „sonst würden wir den ganzen Abend nur über die Schlagzeilen der vergangenen sechs Tage reden“. Aber sie verriet immerhin, was der amerikanische Präsident nach seinem Ableben bei der Ankunft im Himmel Gott zum Thema „Glauben“ sagen würde: „Ich glaube, du sitzt auf meinem Platz.“

„Das Saarland, Sie erinnern sich? Das ist das Bundesland mit dem runden Stammbaum, da war die AfD bei der Landtagswahl nur einstellig, davon können wir heute nur träumen.“ Auch von dem Schulz-Zug, der das ganze Jahr über von Würselen bis nach Berlin fuhr, erzählte die Kölnerin verteilt über den ganzen Abend.

Zur Fußball-Europameisterschaft der Frauen erzählte Anny Hartmann, dass die Holländerinnen gewonnen haben und dass die Männer noch nicht mal die Qualifikation geschafft haben. „Früher war das eine Beleidigung, wenn man sagte, du spielst wie ein Mädchen, da sollten wir jetzt noch mal drüber nachdenken.“ Die Deutschen sind im Gegenzug Weltmeister im Jammern und haben sogar eine passende Musikrichtung dafür: Jammer-Pop. Über die beschlossene Ehe für alle im vergangenen Sommer erzählte Hartmann, dass es jetzt auch endlich die Scheidung für alle gebe und dass sie nicht wisse, warum die Deutschen so ein Problem mit Homosexualität hätten. „Bei den Franzosen kann ich das ja noch nachvollziehen, die können Homosexualität ja noch nicht mal aussprechen.“

Die Kabarettistin Anny Hartmann wechselte 2009 von der Comedy zum politischen Kabarett; sie präsentiert seitdem jedes Jahr ihren Rückblick und wurde bereits mit vielen Preisen für ihre Programme ausgezeichnet.

• Kabarettist H.G. Butzko ist am 17. Februar zu Gast im Öx, einen Tag später kann man das Figurentheater Kania, das für Kinder ab vier Jahren geeignet ist, mit einer Piratengeschichte erleben. 

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