Kabarettistin Mirja Regensburg hatte in der Kneipe Öx ein nordhessisches Heimspiel

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Wie eine kölsche Hamburgerin mit nordhessischem Migrationshintergrund: Das ist Mirja Regensburg. Am Samstag gastierte sie im Öx in Frankershausen. 

Frankershausen – Mirja Regensburg holte mit ihrem authentischen und spontanen Programm „Mädelsabend“ in der Kneipe Öx in Frankershausen jeden mit ins Boot.

Die Kulturinitiative Hängnichrum ist längst dafür bekannt, verschiedene Genres und Stilrichtungen zu vereinen, ohne sich auf eine Zielgruppe festzulegen. Was den ein oder anderen Besucher gelegentlich in die Flucht schlägt, hat dafür Samstagabend in der Kneipe Öx wie eine Bombe eingeschlagen.

Auch wenn sie inhaltlich die Segel in Richtung der klassischen Stand-up-Comedy setzte, wusste sie auch Liebhabern von Kabarett, Imitationen, Impro- und Musikcomedy und sogar Persiflagen – „magersüchtige Musikerinnen“ wie Helene Fischer wurden oft gegrüßt – etwas abzugewinnen. Eine kölsche Hamburgerin mit nordhessischem Migrationshintergrund: Hier waren allerlei Wortgefechte mit der deutschen Sprache vorprogrammiert. „Sie zieht viel aus ihren nordhessischen Wurzeln“, resümiert Dieter Wollschak die erste Hälfte des Abends, in der die Künstlerin allerlei Dialekte auseinandernimmt. „Ich habe als auf euch gewartet“, sei laut Regensburg beispielsweise ein nordhessischer Satz, mit dem man in Hamburg nicht weit komme: „Die Leute fragen mich dann als verwirrt: ‚Als was hast du denn gewartet?“. Das Gegenteil vom Nordhessen seien dafür die Rheinländer. Diese bringen viermal so viele Wörter in einem Satz unter und seien immer optimistisch: „Wenn man einem Köllner sagt, dass es heute wieder ganz schön dröppelt, sagt der: Na, es besser als jar kein Wedder“.

„Sie spricht Sachen mitten aus dem Leben an“, so Ulrich und Christina Brill. In der zweiten Halbzeit ließ die Darstellerin die Dialekte hinter sich und nahm ihre Eltern wie auch die Männerwelt getreu dem Programmtitel „Mädelsabend“ auf die Schippe. Ein Stilmittel ist typisch für Mirja Regensburg und lässt sie aus der Menge hervorstechen: Improvisation. So dichtete sie aus den Schlagwörtern „Werratalsee, Algen, AKE und Bergwildpark“ spontan ein passables Gedicht oder bezog das Publikum bei Gesangseinlagen mit ein – auch Running Gags aus dem Publikum begleiteten durch den Abend. Regensburg weiß ihre Theatererfahrung geschickt einzusetzen und bringt viele Talente mit: Leider kam besonders ihr Gesangstalent für dessen Güte zu kurz. Vielleicht sollte sie umschulen? Potenzial aller Art hat sie auf alle Fälle.  lsc

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