Trauben den Saft rausgepresst

Kurt Ziegler hat seinen ersten Federroten hergestellt

Bei der Arbeit: Kurt Ziegler aus Frankershausen hat seinen ersten eigenen Federroten hergestellt. Seine eigenen hellen Trauben, die er zum Schutz vor den Bienen eingehüllt hat, müssen noch etwas reifen, bevor auch sie in die Presse kommen. Foto:  privat

Frankershausen. Seinen ersten eigenen Federroten hat der Frankershäuser Kurz Ziegler hergestellt. Ein Federweißer soll nun noch folgen. 

Wein aus dem nordhessischen Frankershausen? Nein, das kann nicht sein, würden sich wohl die meisten denken und sich an den eher kühlen Sommer zurückerinnern: Die Trauben hätten hier doch gar nicht das richtige Klima.

Haben sie aber doch: Denn der Berkataler Kurt Ziegler hat in diesen Tagen seinen ersten Federroten hergestellt. „Wir hatten kürzlich Besuch, der uns mit Blick auf unsere Trauben von seiner eigenen Herstellung erzählte“, erinnert sich der Senior, wie er und seine Frau auf die Idee gekommen sind. Schnell wurde sich darüber informiert, wie aus den Trauben denn überhaupt das süßliche Getränk wird; angeschafft wurde zudem eine kleine Handpresse.

Seine eigenen, hellen Trauben, die regelmäßig gegossen und gedüngt werden, hat der 69-Jährige damit aber noch nicht verarbeitet: „Die sind frühestens in 14 Tagen reif, bis dahin müssen wir noch warten.“ Gut 15 Kilo erwarte er. Zurückgegriffen hat er stattdessen auf die roten Beeren eines anderen Frankershäusers: Der hat den Zieglers gut siebeneinhalb Kilo seiner Früchte überlassen, die anschließend alle durch die Hände des Ehepaares gingen: „Wir wollten es wenn dann auch richtig machen und haben jede Traube von ihrem Stiel befreit.“ Mehrere Stunden hätten beide so in der heimischen Küche verbracht. „Das war eigentlich die Hauptarbeit.“ Anschließend wurden die Beeren in gut drei Stunden gepresst und mit der zuvor angesetzten Naturhefe vermengt. Zucker war aufgrund der schon sehr süßen Trauben nicht mehr nötig. „Gut fünf Liter sind so zusammengekommen“, freut sich Ziegler über seinen ersten Federroten.

Bis er den genießen kann, dauert es noch gut zehn Tage. „Bis dahin gärt er jetzt noch in einem fest verschlossenen Behälter vor sich hin, der mit einem Gärröhrchen versehen ist.“ Trinken möchte er den dann nicht alleine: Eingeladen werde die ganze Nachbarschaft, die schon frischzubereiteten Zwiebelkuchen angekündigt hat. Und wie es sich gehört, wird es auch eine Weinkönigin geben, sagt Ziegler mit einem Schmunzeln: „Das ist unsere Nachbarin Lea Schulze, der ich auch eine Krone gebastelt habe.“

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