Familie Hobert investiert 50 000 Euro an Blaumühle in Frankershausen

Mühlrad dreht sich bald wieder

Frankershausen. An der Blaumühle im Norden von Frankershausen dreht sich spätestens im September wieder ein Mühlrad – das erste Mal seit fast 20 Jahren.

Hätte Ingeburg Hobert vorher gewusst, wie viel Energie das neue Mühlrad sie und ihre Familie kosten würde, hätte sie es sich wohl noch einmal überlegt mit der Neuanschaffung. Doch weil das nicht abzusehen war, haben sie, ihr Bruder und ihre Nichte sich voller Elan in das Projekt gestützt, das nun bald ein Ende findet: Das Mühlrad soll sich bald wieder drehen. 

„Damals ist das alte durch Vandalismus zerstört worden“, sagt Hoberts Nichte Bibiane. Ohne das aber hätte ihre Familie ihr Wasserrecht verloren und damit die Berechtigung, vor allen anderen über die Nutzung des Wassers aus den beiden oberhalb von Frankershausen gelegenen Karstquellen Kressenborn und Breitenborn zu entscheiden. Weil Ingeburg und ihr Bruder Hans-Dieter Hobert dort aber einen großen Teil ihrer Kindheit verbracht haben und die Mühle für sie deshalb vor allem einen emotionalen Wert besitzt, haben sie sich für ein neues Rad entschieden – gut 50 000 Euro kostet das. Den Großteil davon bezahlen sie aus eigener Tasche, maximal 5600 Euro kommen vom Denkmalschutz.

Mit einem Durchmesser von fünf Metern ist es dieses Mal aus einer Holz-Metall-Kombination von Gottfried Schumann aus dem Erzgebirge gebaut worden. „Gut vier Wochen hat das gedauert“, erzählt der Mühlenbauer in der vierten Generation, „verbaut habe ich gut einen Kubikmeter Holz und über eine Tonne Metall.“ Im Vergleich zum alten, ausschließlich hölzernen Rad läuft das neue auf einer Stahlwelle, die mit einem Durchmesser von 13 Zentimetern wesentlich kleiner ist als die alte.

Die hat den Ausbau zum Leidwesen der Hoberts nicht gut verkraftet. „Das alte Rad war so verkalkt, dass wir das leider nicht im Ganzen rausheben konnten, sondern in Stücke zerteilen und ausbaggern mussten“, bedauert Ingeburg. Sie überlegt nun, Teile davon dem Heimatmuseum zur Verfügung zu stellen.

Strom soll produziert werden

Damit das neue Rad vom Kalk möglichst unberührt bleibt, soll das Wasser weitestgehend darüber hinweg geleitet werden. Natürlich aber fließt das auch darüber: Denn zum einen soll das verbaute Eichenholz permanent nass bleiben, zum anderen aber soll mit dem Rad eines Tages auch mal wieder Strom erzeugt werden in der alten Mühle – den gibt es dort bis heute nicht.

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