Porträt: „Ohne Ehrenamt geht nichts“

Niklas Schindewolf ist in Frankershausen gleich dreifach engagiert

Schon jetzt lebt er für das Ehrenamt: der 28-jährige Niklas Schindewolf aus Frankershausen.
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Schon jetzt lebt er für das Ehrenamt: der 28-jährige Niklas Schindewolf aus Frankershausen.

Der 28-jährige Niklas Schindewolf aus Frankershausen gehört zum Kreis der ehrenamtlichen Tausendsassas, die aus der dörflichen Gemeinschaft nicht wegzudenken sind.

Frankershausen – Er steht immer bereit, wenn er gefragt wird und wird, für seine Zuverlässigkeit geschätzt.

Fußballer

Er wurde zwar in Eschwege geboren, ist aber ein echter Frankershäuser, der seinen Heimatort liebt. Mit sieben Jahren hat er 1999 mit dem Fußball begonnen, sein Vater Stefan war der erste Trainer: „Mein Fußballfieber hielt zunächst nur bis zur B-Jugend.“ Weil er mit Asthma zu kämpfen hatte, nahm er den ärztlichen Rat an und spielte Trompete, um seine Lungen zu trainieren. Der Fan des FC Bayern hat den Kontakt zum Fußball allerdings nie verloren. 2014 ist er dann wieder eingestiegen. 2015 sah er sich wegen der SG-Auflösung mit Hitzerode und der neuen Fusion mit Germerode einigen Turbulenzen ausgesetzt. Als Kassenwart wachte er über die Finanzen der Spielgemeinschaft, was für den Banker, der 2019 auch noch ein Studium als Finanzplaner abgeschlossen hat, problemlos vonstatten ging.

Doch auch die Spielgemeinschaft mit Germerode blieb auf der Strecke. „Ich stand seit meiner Wahl zum Fußballabteilungsleiter 2019 vor einer Herkulesaufgabe, bei der mir mein Cousin Malte Schindewolf als mein Kammerbacher Pendant, aber auch unser Vorstandssprecher Lutz Bergner und Lothar Friederich vom Ältestenrat hilfreich zur Seite standen.“ 2019 gründeten sie die neue Spielgemeinschaft Kammerbach/Berkatal, der auch wieder Hitzerode angehört. Mittlerweile läuft alles in geordneten Bahnen. „Nach einem Fehlstart haben wir in der Kreisliga A die Kurve mit einer Siegesserie genommen und befinden uns, genau wie die zweite Mannschaft in der C-Liga, auf einem guten Kurs.“

Für die Zukunft hat Niklas Schindewolf Visionen für den Fußball im Meißnervorland. „Wir wollen der Jugendarbeit große Aufmerksamkeit schenken und auch hier als JSG gemeinsam auftreten, die Kräfte bündeln, um mit einem zukunftsfähigen Konzept der Kombination aus drei Orten die fußballerische Grundsubstanz zu garantieren.“

Musiker

2002 hat Niklas Schindewolf beim Vollblutmusiker Jörg Sauer Trompetenunterricht genommen und sich dem örtlichen Fanfaren- und Musikzug angeschlossen. Seit 2012 gehört er als Gründer und mittlerweile Triebfeder den Lindenmusikanten in Reichensachsen an. Dort ist er der gute Geist und Garant für reichlich Spaß. Durch Corona sind viele geplante Engagements bei größeren Events, „wo wir bereits den Fuß in der Tür hatten“, abgesagt worden. Jetzt hoffen sie, dass der „Pandemiespuk“ bald vorbei ist und sie aktiv Festlichkeiten gestalten können.

Kirmesbursche

Seit 2006 gehört Niklas Schindewolf der Kirmesgesellschaft an. „Dazu bin ich ganz kurios gekommen.“ Sein Vater hat ihn gefragt, ob er die Fahne der Männerkirmes tragen könne. Das hat er getan und war – auch dank seiner zwei Cousins, die als Kirmesburschen fungierten – als jüngster Bursche Teil des vielköpfigen Teams.

Die demografische Entwicklung hat auch Frankershausen erreicht. „Es wird immer schwieriger, junge Leute zu gewinnen.“ Neben zwei jüngeren haben sie ab 2012 auch zwei ältere Kirmesburschen aktiviert. Er selbst war mit Marius Spengler, Jörn Schäfer und Tobias Hämmerich Teil der Wende und hat die Kirmesfeste, auch mit Programmänderungen, neu gebündelt. So finden der Umzug der Kirmesgesellschaft seit 2016 nur noch samstags und der Tanz des Achten nach der Kirche am Sonntag im Festzelt statt. Niklas Schindewolf sagt, dass sich bei den oft von ihm organisierten Besuchen von Kirmesfesten in der Region seit Jahren viele Teilnehmer mobilisieren lassen: „Es freut mich, wenn wir in unserer einheitlichen Kleidung als rote Wand bezeichnet werden, ein Merkmal, das sich kreisweit etabliert hat.“

Aktuell hat das Kirmesteam das 2021 geplante Programm komplett ins Jahr 2022 transportiert: „Am Freitag werden die Pfunds-Kerle aus Tirol das Fest eröffnen, für Samstag haben wir Mia Julia vom Ballermann mit einem Diskjockey verpflichtet, und für Sonntag ist mal wieder ein großer Umzug mit allen Vereinen in Planung“, nutzt Niklas Schindewolf das Forum, um schon jetzt den Feierlustigen Appetit auf die Tage im September 2022 zu machen.

Für den Fußballer, Musiker und Kirmesburschen als Helfer und intensiver Motivator ist es ein Bedürfnis, in seiner ganz persönlichen Bilanz über das Leben im Dorf dem Ehrenamt eine besondere Wertschätzung einzuräumen: „Ohne geht nichts.“ (Harald Triller)

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