Vergangenheit heute (3)

Randvoll mit Berkataler Geschichte : Entdeckungstour im Museum in Frankershausen

Das Heimatmuseum Berkatal besitzt eine große Sammlung von Feierabendziegeln. Museumsleiter Burkfried Haferung zeigt ein besonders altes Exemplar aus dem Jahr 1768.
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Das Heimatmuseum Berkatal besitzt eine große Sammlung von Feierabendziegeln. Museumsleiter Burkfried Haferung zeigt ein besonders altes Exemplar aus dem Jahr 1768.

Sie spiegeln einen Teil der Vergangenheit wider. Museen zeigen heute, wie das Leben früher war. Wir stellen die Ausstellungshäuser der Region vor. Heute: das Heimatmuseum Berkatal.

Frankershausen – Das Heimatmuseum Berkatal befindet sich in Frankershausen und beherbergt eine umfangreiche Sammlung aus den Bereichen Landwirtschaft und Handwerk sowie Schule und Leben. Auch eine Ausstellung mit Mineralien und Gesteinen gibt es zu bewundern.

Geschichte

In den Wirtschaftswunderjahren der 1950er tauschten viele Menschen alte Möbel und Gegenstände gegen neue Produkte. Die alten Möbel wurden meistens von Niederländern aufgekauft. Der ehemalige Lehrer Fritz Hotzler begann die alten Gegenstände zu sammeln, da er etwas von der damaligen Zeit bewahren wollte. Seit 1992 gibt es den Museumsverein Berkatal, der sich um die Museumsarbeit kümmert.

Museum heute

Das Museum befindet sich heute im Gebäude der alten Schule über der Gemeindeverwaltung. Da es sehr viel zu sehen gibt, wurde die Mineralienausstellung in zwei zusätzlichen Räumen über dem Lädchen 2019 eröffnet. Seit 2018 leitet Burkfried Haferung zusammen mit seinem Kollegen Erhard Becker das Museum.

Der Rundgang

Eines steht fest, das Heimatmuseum besitzt eine große Sammlung der Vergangenheit, über die es allerhand zu erzählen gibt: Burkfried Haferung kennt viele spannende Geschichten zu den Ausstellungsstücken. Diese widmen sich überwiegend dem Landwirtschafts- und Handwerksbereich.

Zu sehen gibt es eine Straße der Flachsverarbeitung, bestehend aus allerlei Geräten, die es zur Verarbeitung braucht und auch zahlreiche Arbeitsgegenstände aus dem Beruf der Landwirte, Schmiede, Schreiner, Bäcker und Schuhmacher. Auch einige Schuhe gibt es zu betrachten, darunter auch ein verblüffend großes Paar. „Die trugen Wachmänner über ihren normalen Schuhen, damit sie nicht frieren“, erklärt Haferung. Auch das Heimatmuseum Berkatal besitzt eine ansehnliche Sammlung von Feierabendziegeln, die das Dach eines kleinen Hausnachbaus schmücken. Auf diese Sammlung ist Haferung besonders stolz. Interessant findet der Museumsleiter weiterhin eine Tute, mit der die Freiwillige Feuerwehr früher zu Übungen rief. Auch zur Urgeschichte lässt sich etwas finden. „Das sind die ältesten Bewohner Berkatals“, lacht Haferung und zeigt ein Geweih von einem Riesenhirsch.

Ein Scherzteller mit der Aufschrift: „Ach meine Frau Elisabeth, wenn ich nur ne andere hätt’!“

Ein weiteres Zimmer beschäftigt sich mit dem damaligen Alltagsleben der Menschen. Dort sind vor allem Haushaltsgegenstände viele Keramikgefäße und Kleidung ausgestellt. Auch ein kleines Klassenzimmer wurde nachgebaut – inklusive eines topografischen Gipsmodells des Landkreises für den Heimatkundeunterricht.

Mineralienausstellung

Seit 2019 betreut der Museumsverein eine Mineralien-und Gesteinsausstellung. In mehreren Vitrinen können unzählige glänzende Mineralien bestaunt werden. Zuvor wurden mithilfe eines Mineralogen die Art und Herkunft jedes Steines bestimmt. Sie stammen sowohl aus der Region aber auch aus der ganzen Welt.

„Die Arbeit hierfür hat sich gelohnt“, meint Haferung zufrieden. Die Ausstellung komme vor allem bei Kindern gut an. Mithilfe eines Mikroskops oder einer Lupe können die Kinder die glitzernden Steine genauer betrachten.

Schusterequipment und spezielle Überziehschuhe für Wachmänner im Winter.

Nebenan wird gerade noch ein Ausstellungsraum eingerichtet, der den Bergbau am Meißner thematisiert. Dort gibt es Gegenstände rund um den Bergbau – von der Bergmannshacke bis zur Grubenlampe.

Besichtigung

Der Museumsverein nutzt aktuell die Corona-Zeit, um das Museum umzubauen und auf Vordermann zu bringen. Außerdem soll daran gearbeitet werden, in die moderne Medientechnik einzusteigen. Ab Oktober sind Besuche im Museum nach Voranmeldung bei Burkfried Haferung unter der Telelefonnummer 0 56 57/79 08 26 wieder möglich. (Von Anna Schellhase)

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