Hilgershausen: Tot geglaubter Dackel ist wieder aufgetaucht

Wieder vereint: Bei der Familie Sippel floss die ein oder andere Freudenträne, als Eltern und Kinder ihren tot geglaubten Dackel Camilo wieder in die Arme schließen konnten. Von links: Jasin (12), Bella (6), Sebastian und Manuela Sippel.

Frankershausen/Hilgeshausen – Ein einzelnes Bellen war sein vorerst letztes Lebenszeichen. Damit verschwand Dackel Camilo im Jagdrevier Roter Weg bei Hilgershausen.

Ein Fund sorgte für große Trauer bei Hundehalter Sebastian Sippel, seinem Jagdfreund Rolf Sennhenn und deren Familien. Doch völlig unerwartet nahm die Geschichte noch ein gutes Ende.

Alle zwei Wochen besucht Sebastian Sippel, der aus Oberrieden stammt, aber in Kleve in Nordrhein-Westfalen wohnt, seinen Jagdfreund Rolf Sennhenn in Frankershausen. Immer an seiner Seite: Rauhaardackel Camilo. Als die beiden Jäger kürzlich im Revier Roter Weg, dessen Pächter sie sind, nach dem Rechten sehen wollten, rannte der Hund plötzlich los und verschwand im Dickicht. 

Hund bleibt verschwunden

Obwohl ihn die Jagdfreunde mehrfach riefen, kehrte Camilo nicht zurück. Mithilfe von Freunden und Nachbarn durchkämmten sie das Revier, sogar eine Wärmebildkamera und ein Suchhund kamen zum Einsatz. „Es wurden auch Flugblätter im Dorf verteilt“, berichtet Rolf Sennhenns Frau Emilia.

Einen Tag nach Camilos Verschwinden wurde die Suche durch einen traurigen Fund beendet: Nicht weit von der Stelle, an der die beiden Männer den Dackel zuletzt gesehen hatten, entdeckten sie Fellreste und eine Hinterpfote. „Die Haarfarbe und Knochengröße deuteten auf einen Dackel hin“, sagt Rolf Sennhenn. Daher nahmen er und sein Jagdfreund an, dass Camilo von einem Wildschwein gerissen wurde.

Zutiefst traurig kehrte Sebastian Sippel nach Kleve zurück, wo er seinen Kindern die traurige Nachricht beibringen musste. „Sie konnten es einfach nicht verstehen“, sagt Emilia Sennhenn. Um den Tod des geliebten Familienhundes zu verarbeiten, hielt die Familie eine Beerdigung im Garten ab – mit den Überresten von Camilo, zumindest den vermeintlichen.

Dackel ist doch noch am Leben

Nur einen Tag später riss ein Anruf in Frankershausen das Ehepaar Sennhenn aus dem Schlaf: Es war ein Anwohner aus Hilgershausen, vor dessen Tür ein Dackel saß. Konnte das Camilo sein? Die Sennhenns rasten nach Hilgershausen. Dort gab es keinen Zweifel: Sofort sprang der Hund Rolf Sennhenn auf den Schoss. „Es war ein Wunder“, sagt Emilia Sennhenn.

Eine Pfote fehlt dem Dackel nicht, auch ansonsten ist er unversehrt. „Die Überreste müssen zu einem anderen Hund gehören“, vermutet Rolf Sennhenn, der im Waldstück Roter Weg viele Hundehalter antrifft. Unklar ist auch, wo Camilo drei Tage lang gesteckt hat. Die Eheleute Sennhenn glauben, dass er zu einem bekannten Ort gelaufen ist. Denn der Finder wohnt in einem Mietshaus, das dem Schwiegervater von Sebastian Sippel gehört.

Sofort benachrichtigten die Sennhenns die Familie Sippel: „Camilo lebt!“ Die Wiedereinigung abwarten wollte niemand, also brachten Rolf und Emilia Sennhenn den Dackel schon am nächsten Tag zu seinen Besitzern nach Kleve. Riesengroß war die Freude bei allen, besonders beim Ausreißer selbst. „Camilo wusste gar nicht, wen er zuerst begrüßen sollte“, erzählt Emilia Sennhenn. Auch künftig soll der Dackel sein Herrchen auf die Jagd begleiten – vorerst an der Leine.

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