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Betriebliche Umschulungen sollen Fachkräftemangel entgegenwirken

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Von: Theresa Lippe

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Bei der Arbeit: Kejti Ramaliu hat die betriebliche Umschulung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert.
Bei der Arbeit: Kejti Ramaliu hat die betriebliche Umschulung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert. © privat

Fachkräfte sind gefragter denn je, doch gibt es momentan viele Arbeitnehmer, die ohne Fachausbildung mit Gelegenheitsjobs ihr Geld verdienen.

Berkatal – Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, bietet die Agentur für Arbeit betriebliche Umschulungen an, so auch Morgan Molten Metal Systems in Berkatal-Frankenhain. Dort hat Mitarbeiter Kejti Ramaliu seine Umschulung zum Maschinen- und Anlagenführer so erfolgreich absolviert, dass er nun aufsattelt und eine Weiterbildung zum Industriemechaniker macht.

„Ich habe mit der Umschulung im April 2019 begonnen und bin so zufrieden, dass im August nun der nächste Schritt folgt“, sagt der 28-Jährige, der in Eschwege lebt.

Die Ausbildung zu einem anerkannten Ausbildungsberuf würde für Arbeitnehmer nicht nur bessere Gehälter bedeuten, sondern schütze außerdem langfristig vor Arbeitslosigkeit, sagt die Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit Kassel, Cornelia Harberg.

Nina Patisson, Personalmanagerin: „Bei Morgan Molten Metal Systems hoffen wir vor allem auf Bewerber für die handwerklichen Berufe wie Industriekeramiker, und -mechaniker sowie Zerspanungsmechaniker und Elektroniker für Betriebsmechanik.“

Umschulung

Betriebliche Umschulungen sind ein Angebot für Arbeitnehmer, die älter als 25 Jahre alt sind und keinen Berufsabschluss haben – ein Alterslimit gebe es nicht. Sie sollen ihnen bessere berufliche Perspektiven eröffnen und Arbeitgebern zu mehr Fachkräften verhelfen.

Die Umschulung ist eine berufliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Da es sich jedoch um den Bereich der Erwachsenenbildung handelt, sei die Ausbildungszeit um ein Drittel verkürzt. „Dass die Bewerber diesem Druck gewachsen sind, stellt der Berufspsychologische Service der Agentur für Arbeit in einer vorherigen Begutachtung fest“, erklärt Bastian Gewehr, Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit in Eschwege. Wie bei jeder regulären Ausbildung ist die Teilnahme am Berufsschulunterricht fester Bestandteil, es stehen auch die gleichen Prüfungen an. Die betriebliche Umschulung kann jedoch in Voll- oder Teilzeit stattfinden.

Arbeitnehmer

Laut Agentur für Arbeit sollten die Bewerber bereits drei Jahre berufliche Tätigkeit nachweisen können. „Um bei uns in die Umschulung zu kommen, reichen Deutschkenntnisse aus, die eine reguläre Kommunikation ermöglichen“, sagt Nina Patisson, Personalmanagerin bei Morgan Molten Metal.

Das Angebot richtet sich aber auch an sogenannte gering qualifizierte Arbeitslose und Arbeitnehmende mit Berufsabschluss, wenn sie seit mindestens vier Jahren eine an- oder ungelernte Tätigkeit verrichten und ihre erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben können, sagt Gewehr.

Die Umschulung hätte für die Bewerber einige Vorteile, unter anderem den Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses, auch die Chancen auf eine Übernahme nach erfolgreichem Abschluss sei hoch. Zudem gebe es Leistungen zum Lebensunterhalt bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen auf Arbeitslosengeld unter Anrechnung der Ausbildungsvergütung, sofern der Freibetrag überschritten wird.

Arbeitgeber

Der Arbeitgeber verpflichtet sich, eine monatliche Umschulungsvergütung in Höhe von mindestens 585 Euro brutto zu zahlen.

Vorteile für ihn sind beispielsweise, dass der notwendige Fachkräftebedarf durch die verkürzte Ausbildungszeit schneller sichergestellt werden kann. Zudem werden Kosten für Berufsschule und Prüfungsgebühren von der Agentur für Arbeit erstattet.

Kontakt für interessierte Arbeitnehmer: Tel. 08 00/4 55 55 00; für Arbeitgeber: Tel. 08 00/4 55 55 20, E-Mail: kassel.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

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