Briefpost auf Irrwegen

DKMS bittet Germeröderin, Speichel abzugeben – Umschlag landet bei falscher Person

Germerode. Es ist ein Fehler, der Menschenleben kosten kann: Drei Wochen lang war ein Brief, der an die Familie Schinköth aus Germerode adressiert war, verschollen – abgeschickt war er von der Knochenmarkspenderdatei DKMS. Die bat in dem Brief um eine Speichelprobe, hatte die Wattestäbchen gleich mitgeschickt. Das Fehlen merkte Schinköth erst, als die DKMS nachfragte, warum die Probe noch nicht abgegeben sei – nur eine Stunde später flatterte dann auch der erste Brief bei der Familie ein, privat eingeworfen.

„Ich kann mir das nur so erklären, dass der Briefträger die Post bei jemand anderem eingeworfen hat“, sagt Peter Schinköth, dem es wie auch seiner Familie eine Herzensangelegenheit ist, typisiert zu sein, um möglicherweise Menschenleben zu retten. Das erste Mal wäre das nicht – schon öfter habe er an seine Nachbarn adressierte Umschläge erhalten, auch von anderen Germerödern habe er schon das ein oder andere Mal Post in seinem Briefkasten gehabt: „Dabei ist unser Familienname nicht so häufig, dass man den verwechseln könnte.“

Was Schinköth zudem ärgert: Dass derjenige, der den Brief fälschlicherweise bekommen hat, erst nach drei Wochen auf die Idee kam, die Post an den richtigen Adressaten weiterzuleiten.

Es gehöre sich generell nicht, die Post anderer Leute so lange zu behalten, wenn sie falsch eingeworfen wurde, „in diesem Fall ist das aber besonders gravierend, weil drei Wochen darüber entscheiden können, ob jemand stirbt oder nicht“, macht Schinköth deutlich. Das hätte auch jedem klar sein müssen, der den Brief erhalten habe, „auf dem Umschlag steht deutlich drauf, dass er von der DKMS kommt“.

„Drei Wochen können darüber entscheiden, ob jemand stirbt oder nicht.“

Er wolle niemanden anklagen, dass etwas schiefgelaufen sei – nur darauf hinweisen, dass man die Sinne schärft und verantwortungsvoll mit der eigenen oder fremden Post umgeht.

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