So bringt Mohn-Papst Björn Sippel den Tourismus nach vorn

Magnet Mohnblüte: Björn Sippel hat sich eine Blüte des Schlafmohns, der nirgendwo sonst in Deutschland so angebaut wird, schon auf die Fassade des familieneigenen Landhotels und Restaurants in Germerode malen lassen. Archivfoto: Forbert

Germerode. Wenn der Werra-Meißner-Kreis - mittlerweile im ganzen Hessenland und auch schon darüber hinaus - bekannt ist durch ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich des Tourismus, dann durch die Mohnblüte von Germerode.

In diesem Jahr kamen wegen der Hitze „nur“ rund 15 000 Besucher ins östlichen Meißnervorland, um sich dieses auf wenige Wochen konzentrierte farbige Naturschauspiel anzusehen, wie Mohn-Papst Björn Sippel über den Daumen gezählt hat. Der Landwirt, Öl-Müller und Küchenchef hatte 2010 erstmals eineinhalb Hektar mit der Sonderkultur Schlafmohn belegt, damals kamen schon Tausende zum Schauen. 2014 waren es gar 20 000 Besucher. Und mittlerweile sät Sippel zehnmal so viel ein - mehr als 20 Fußballfelder.

Landschaft näher bringen

Noch mehr Mohn will der Landwirt, der zusammen mit Geschäftsführer Marco Lenarduzzi vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald viele pfiffige Ideen entwickelt und auch umgesetzt hat, nun nicht anbauen. Stattdessen überlegt er, im kommenden Jahr die bislang in der Flur verteilten Flächen nahe der als Café Mohntenne genutzten Scheune zu konzentrieren und die Kultur durch andere, ökologisch interessante sowie „alte“ Pflanzenarten zu ergänzen. So könne man den Besuchern auch die Landwirtschaft näher bringen, meint Sippel.

Bislang lagen er und Lenarduzzi, der übrigens den Anstoß zum Mohnanbau gab, mit ihren Ideen goldrichtig. Beispielsweise der Barfußpfad am Osthang des Meißners und die mittlerweile 18 Premiumwege ziehen nach Erkenntnissen Sippels immer mehr Gruppen an, die auch länger als nur einen Tag im Werratal bleiben.

Zusätzliche Attraktionen

Von den Tagestouristen, die von der Mohnblüte angelockt werden, kommen immer mehr mit Bussen. Von den 100 gebuchten Gruppen 2015 seien die meisten damit angereist, sagt Sippel. Und die Busunternehmer schauten sich um, was sie ihren Kunden im Folgejahr an zusätzlichen Attraktionen anbieten können. So sieht Gastronom Sippel weitere Möglichkeiten auch für andere Anbieter im Tourismus-Bereich - ob das nun ein Rundgang durch den Bergwildpark Germerode, die Führung ins Besucherbergwerk Grube Gustav oder ein Besuch des Grenzmuseums Sickenberg ist oder auch beispielsweise eine Kirschweinprobe bei der Absatzgenossenschaft in Witzenhausen-Unterrieden oder eine Fahrt mit der Werra-Nixe über den Werratalsee.

So wird es womöglich in Germerode künftig eine Art Mohn-Museum mit Multimedia-Schau geben. Und, so verrät Sippel eine weitere Idee, dann hofft er noch darauf, dass seine Palette mit Mohnprodukten von der Eschweger Brauerei um Mohnbier bereichert wird. Denn besondere Produkte, sagt Kreativ-Kopf Björn Sippel und verweist auf sein jüngst mit der DLG-Goldmedaille ausgezeichnetes, selbst gepresstes Mohnöl, „tragen die Region auch nach außen“.

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