Barrierefrei und altersgerecht in Germerode - Der erste Mieter ist schon da

Dorfzentrum Germerode
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Zu jeder Wohnung gehört ein Balkon – den unverstellten Blick auf das Kloster Germerode gibt es inklusive: (von links) die Vereinsmitglieder Matthias Schulze, Horst Musiol, Wolfgang Stricker, Heinz Zindel, Ulrike Zindel, Harald Zindel und Andreas Hupfeld.

Barrierefrei und altersgerecht wohnen, in zentraler Ortslage und doch in herrlicher Ruhe – möglich macht das der Verein Dorfzentrum Germerode.

Germerode. Barrierefrei und altersgerecht wohnen, in zentraler Ortslage und doch in herrlicher Ruhe – möglich macht das der Verein Dorfzentrum Germerode. In Tausenden Stunden Eigenleistung haben dessen Mitglieder einen Wohntraum geschaffen – eine der vier Wohnungen ist bereits vermietet; und wer Interesse hat, sollte nun schnell sein.

Mitte März ist erste Wohnung bezugsfertig 

„Spätestens Mitte März“, sagt der Vereinsvorsitzende Matthias Schulze, sei die erste Wohnung bezugsfertig. Ein Meilenstein in der Geschichte des Vorzeigeprojektes, an dessen Anfang der unbedingte Wunsch stand, die Ortsmitte Germerodes weiter zu beleben. Das ehemalige Lehrerwohnhaus stand im Zentrum des Interesses der engagierten Ehrenamtlichen – unbewohnt und unbeachtet lag wertvolle Wohnfläche über lange Zeit brach. Durchsetzungsvermögen und Ideenreichtum waren nun gefragt, Hartnäckigkeit und Einsatz – schließlich musste ein Finanzierungsplan erstellt und Überzeugungsarbeit in der Gemeinde geleistet werden. Mit Erfolg.

720.000 Euro flossen in Sanierung

Rund 720 000 Euro, so eine aktuelle Kostenschätzung, flossen in den aufwendigen Umbau. Fördermittel in Höhe von 380 000 Euro wurden erschlossen; die Restsumme wird über einen Kredit gedeckt, der vom Verein Dorfzentrum Germerode zurückgezahlt wird.

Über 20 Helfer an jedem Samstag 

Blick von außen auf das ehemalige Lehrerwohnhaus.

„Stehen geblieben sind eigentlich nur die Außen- und Innenwände“, sagt Vereinsmitglied Harald Zindel. Seit dem endgültigen Baubeginn 2018 blieb kein Stein mehr auf dem anderen: Das ehemalige Lehrerwohnhaus wurde entmüllt, die Elektroheizungen abgebaut. Alte Holzteile, Türen, das Parkett, Dielen und die Fußbodendämmung wurden herausgenommen – unglaubliche 90 Tonnen Schutt wurden entsorgt. „An jedem Samstag standen 21 verschiedene Helfer parat, um das Projekt voranzubringen“, lobt Matthias Schulze. „Ohne eine gehörige Portion Idealismus funktioniert das nicht“, ergänzt Harald Zindel mit einem Lächeln.

2800 Stunden Eigenleistung 

Und die in Eigenleistung erbrachten Arbeiten – rundgerechnet 2800 Stunden – sind mit Geld nicht zu bezahlen. Von Maler-, Putz- und Spachtelarbeiten über den Abbruch des gesamten Dachstuhls bis hin zur Herstellung einer Fernwärmeleitung vom Dorfgemeinschaftshaus bis ins Haus – die Germeröder packten an und hielten zusammen. „Große Unterstützung“, sagt Matthias Schulze, habe der Verein von der Gemeinde, dem Werra-Meißner-Kreis und auch von den heimischen Firmen erfahren – genannt seien die Firmen Zindel, Vock, Kistner, Rohmund und Klemke. „Eine gesonderte Danksagung für alle, die zum Gelingen der Mammutaufgabe beigetragen haben, folgt“, sagt Matthias Schulze.

Der schönste Lohn aller aber: Mieter, die sich an ihren neuen Germeröder Wohnungen erfreuen, in denen so viel Herzblut steckt.

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