Fahrlässige Tötung

Motorrad-Fahrer getötet - jetzt ist das Urteil gesprochen

Ein Mercedes Benz ist nach einer Kollission im Höllental mit einem Motorrad stark beschädigt. Der Motorradfahrer starb nach dem Zusammenprall auf der Kurvenreichen Strecke zwischen Frankershausen und Albungen
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Der Unfallort im Höllental nach der Kollision.

Wegen fahrlässiger Tötung wurde am Mittwoch ein 62-Jähriger aus dem thüringischen Eichsfeld vom Eschweger Amtsgericht verurteilt.

Ihm wurde vorgeworfen, am 15. Oktober vergangenen Jahres die Landstraße im Höllental aus Frankershausen in Richtung B 27 gefahren zu sein und dabei aus Unachtsamkeit einen Unfall mit Todesfolge verursacht zu haben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann, der mit seinem Firmenwagen nach Eschwege unterwegs war, in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geriet und mit dem Motorrad eines 60-Jährigen aus dem niedersächsischen Nörten-Hardenberg zusammenstieß. Dieser starb aufgrund massiver Verletzungen noch am Unfallort.

An den Unfallhergang könne sich der 62-Jährige nicht erinnern, zeigte sich aber geständig. Gesundheitlich beeinträchtigt habe er sich an dem Tag nicht gefühlt. Er kenne die Strecke und sei aufgrund seiner Arbeit rund 45 000 Kilometer im Jahr mit dem Auto unterwegs. Eine Erklärung für den Unfall habe er nicht, er selbst musste sich nach dem Unfall in psychologische Behandlung begeben. Ein Gutachter bestätigte den der Anklage zugrunde liegenden Unfallhergang auf der schmalen und kurvenreichen Strecke. Ein Tempolimit gilt am Unfallort nicht, der Gutachter ermittelte Kollisionsgeschwindigkeiten von 80 Kilometern pro Stunde für das Auto und 60 für das Motorrad – macht eine Reaktionszeit von 0,8 Sekunden. Technische Mängel habe es an den Fahrzeugen nicht gegeben, das Wetter sei trocken und die Fahrbahn frei gewesen.

Die Staatsanwältin bewertete es positiv, dass der 62-Jährige keine Eintragungen im Strafregister und im Verkehrsregister in Flensburg hat. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von neun Monaten zur Bewährung und eine Geldstrafe von 5000 Euro. Der Verteidiger hielt eine Geldstrafe von 4050 Euro für den „tragischen Vorfall“ für angemessen. Es habe sich um Unachtsamkeit gehandelt, die jedem im Alltag passieren können. Sein Mandant müsse nun mit den Folgen leben. Auch der Angeklagte bekräftigte, dass es ihm leidtue, er aber nicht wisse, wie er es ungeschehen machen könne.

Für die vorsitzende Richterin war der Fall eindeutig. Weil der Angeklagte aber Verantwortung übernommen habe, und nicht den Eindruck eines Rasers mache, hielt sie eine Geldstrafe für ausreichend.

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