Das Alte Forsthaus gilt als Paradebeispiel für sinnvoll eingesetzte Subventionen

Förderung zum Vorzeigen

Erfolgsmodell: Rob Ariens leitet seit fast 30 Jahren die Tagungsstätte Altes Forsthaus in Germerode. „Viele Tagesgäste kommen auch als Touristen wieder in die Region“, sagt er. Foto: D.S.

Germerode. Das Alte Forsthaus in Germerode ist ein Vorzeigeprojekt der Dorferneuerung. Das alte Fachwerkgebäude, das einst als Forstamt diente, ist seit nahezu 30 Jahren ein selbstverwaltetes Tageszentrum.

Nachdem es die Gemeinde Meißner vor 20 Jahren seinem damaligen Besitzer aus Berlin abkaufte, wurde es innerhalb von drei Jahren für umgerechnet 1,63 Millionen Euro (damals 3,2 Millionen D-Mark) umgebaut und komplett saniert. Das meiste davon - 84 Prozent oder knapp 1,4 Millionen Euro - gab es als Zuschüsse. „Das war der warme Regen aus Brüssel“, erinnert sich Rob Ariens, Vorsitzender des Betreibervereins. Das Haupthaus wurde vollständig saniert, in die dahinter liegende Scheune Küche, Kantine und Seminarraum eingebaut. Ein Neubau mit 28 Betten für die Tagungsgäste, der im hinteren Teil des Grundstücks errichtet wurde, rundete das Ensemble ab.

„Das Alte Forsthaus ist das Paradebeispiel für ein Projekt aus der Dorfsanierung“, sagt Landrat Stefan Reuß. Nicht nur, dass das zuvor stark mitgenommene Haus wieder zu einem Schmuckstück der Gemeinde aufpoliert wurde. „Das Alte Forsthaus trägt auf verschiedene Weise zur Wertschöpfung in Germerode und Umgebung bei. Die Fördermittel sind gut angelegt“, sagt Reuß.

Als Faustregel gelte, dass ein Euro Förderung weitere fünf Euro an Investitionen nach sich ziehe. Allein die Bausumme, die für die Sanierung ausgegeben wurde, kam größtenteils örtlichen Betrieben zugute.

Zwei Vollzeitbeschäftigte und eine Reihe von Teilzeitkräften arbeiten derzeit im Alten Forsthaus. Auch die Gäste des Hauses - die Tagungsstätte zählt jährlich 4000 Übernachtungen- tragen Geld in den Ort. „Und wer hier schon einmal war, der kommt auch gern wieder - als Tourist mit seiner Familie“, weiß der aus Holland stammende Rob Ariens.

„Das Alte Forsthaus ist aber nur ein Beispiel von vielen“, sagt Ursula Baumgärtel-Blaschke. So wurde das Restaurant auf der Schlagd in Wanfried ebenso gefördert wie die Inneneinrichtung für das Eschweger E-Werk. Auch fürs Tabakmuseum in Witzenhausen und das Haus der Generationen in Ermschwerd gab es Geld.

Von Dieter Salzmann

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