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Friedel Lenze ist seit 25 Jahren Bürgermeister in Berkatal

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Von: Jessica Sippel

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Seit 25 Jahren Bürgermeister: Friedel Lenze (SPD) aus Berkatal.
Seit 25 Jahren Bürgermeister: Friedel Lenze (SPD) aus Berkatal. © Stefanie Salzmann

50 Jahre gibt es die Gemeinde Berkatal bereits – genau halb so lange hat die Gemeinde auch schon ihren Bürgermeister Friedel Lenze. Der 54-Jährige feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Länger als Friedel Lenze waren im Werra-Meißner-Kreis in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige im Amt .

Berkatal - Friedel Lenze kennen die meisten eigentlich nur als Bürgermeister. Doch nach dem Abitur am Oberstufengymnasium in Eschwege – seine Lieblingsfächer waren Mathe und Naturwissenschaften – und seiner Verwaltungsausbildung arbeitete er zuerst zehn Jahre lang in der Kreisverwaltung beim Jugendamt.

Mit 25 Erster Beigeordneter in Weißenborn

Seine politische Laufbahn startete Lenze in seinem Heimatort Weißenborn, wo er schon mit 25 Jahren und damit sehr jung Erster Beigeordneter wurde. Er trat damals in die Fußstapfen seines Vaters, von dem Friedel Lenze wohl auch seine politischen Gene geerbt hat, sagt er. In Weißenborn begann auch seine Tischtenniskarriere. Er spielt noch heute. Will er abschalten, so wandert der SPD-Politiker gerne die Premiumwanderwege ab oder liest, vor allem Krimis und Science-Fiction-Romane – wenn er Zeit dafür hat.

Seit 1997 Bürgermeister in Berkatal

1997 startete Lenzes Bürgermeisterdasein. Damals war er noch neu in Berkatal. Die Gremien mussten sich erst einmal beschnuppern, Vertrauen musste Lenze sich erarbeiten. 25 Jahre später ist er etwa stolz auf den Erhalt der Eigenständigkeit der kleinen Gemeinde, dass die Kita so modern und gut aufgestellt ist, auf die Dorferneuerungsprojekte in den Ortsteilen sowie auf den Flächennutzungs- und Bauleitplan, den es zu seinem Amtsantritt noch gar nicht gab. Als besondere Herausforderung bleibt ihm das Jahr 2001 in Erinnerung, als während der Steuerreform große Gewerbesteuerzahler weggebrochen sind.

Als nächste Ziele nennt er neue Feuerwehrautos für alle Ortschaften, Hitzerode benötigt zudem ein neues Gerätehaus. Auch das eine Million Euro teure Thema Wasserversorgung in Hitzerode will er in den nächsten Jahren abschließen. „Das ist ein großes Projekt, deshalb dauert das seine Zeit.“ Die lange Amtszeit sei dabei von Vorteil, denn solche Projekte muss man über Jahre betreuen.

Sprung ins Landratsamt gescheitert

Im vergangenen Jahr wollte Lenze den Sprung ins Landratsamt wagen, in der Stichwahl setzte sich aber seine Gegenkandidatin Nicole Rathgeber durch. Es kam, wie es kommen sollte, sagt Lenze. „Viele waren froh, dass ich doch geblieben bin“, sagt er mit Blick auf die Fülle an Aufgaben, die er noch umsetzen will.

Insgesamt gefällt Friedel Lenze an seinem Bürgermeisterdasein, dass er spannende und vielseitige Aufgaben hat und etwas bewegen kann. Über seine Tätigkeit als Verwaltungschef hinaus ist Lenze seit 2015 auch Mitglied des Aufsichtrates der EAM, er ist Sprecher der Bürgermeister im Kreis, seit 2011 als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag und seit der letzten Kommunalwahl ist er Vorsitzender des Kreistages.

Seine Frau und seine beiden Töchter, selbst wenn sie viel Verständnis haben, kommen dabei zu oft zu kurz, sagt er. Sie müssen ihn an vielen Abenden und an den Wochenenden oft entbehren. Richtig privat sei er als Bürgermeister nie.

Deshalb schließt er eine sechste Amtszeit – dann wäre er schon 30 Jahre im Dienst – zwar nicht gänzlich aus, hätte aber auch nichts gegen eine geeignete Nachfolge mit jemandem, der oder die sich diese Verantwortung zutraut. Berkatal will er in jedem Fall in guten Händen wissen. Aktuell ist sein Soll aber noch nicht erfüllt, ein bisschen was will er noch bewegen, sagt er. (Jessica Sippel)

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